Theaterstück thematisiert Demenz - Harte Probe für Eltern-Kind-Beziehung
Erinnern und vergessen

Liza Riemann (links) spielte die Tochter Hannah, Christine Reitmeier (rechts) die demenzkranke Mutter. Die Besucher waren betroffen und beeindruckt zugleich. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
06.07.2015
2
0

2200 Menschen im Landkreis sind an Demenz erkrankt und werden hauptsächlich von Angehörigen betreut. "70 Prozent der Betroffenen sind weiblich", sagt Eveline Seitz.

Die Leiterin der Seniorenfachstelle am Landratsamt erklärt dies mit der höheren Lebenserwartung der Frauen. Zwei Drittel der Erkrankungen rechnet sie dem Typ "Alzheimer" zu. Davon ist auch Martha betroffen, die beim Theaterstück am Freitag in der Spitalkirche von Christine Reitmeier gespielt wird.

Die zweite Person auf der Bühne ist Tochter Hannah. In ihre Rolle schlüpft die Schauspielerin Liza Riemann. Sie stellt Beruf und Privatleben hinten an und pflegt ihre Mutter. Doch diese hat Probleme, sich helfen zu lassen. Aus einer einst selbstbewussten Frau, die sich noch gut an ihre "wilden Jugendjahre" erinnert, wird eine schwache, alte Frau. Und die Tochter, zunächst selbstbewusst und zuversichtlich, flüchtet sich in Alkohol und vergießt Tränen der Ohnmacht.

Die Mutter kommt schließlich ins Krankenhaus. Nur langsam geht der Todeskampf zu Ende. Hannah verspricht ihrer Mutter am Totenbett. "Keine Angst, Mama, ich erinnere mich genau". Die Zuschauer bedankten sich mit lang anhaltendem Beifall für die schauspielerische Leistung. Bei aller Traurigkeit des Inhalts blieb am Ende ein gutes Gefühl bei den Zuschauern.

"DeNIS"-Sprecherin Regina Suttner, die die Veranstaltung mit einem Zuschuss des Bundesfamilienministeriums finanzieren konnte, stellte das "DeNIS"-Netzwerk vor, das mittlerweile aus 25 Partnern besteht.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.