Timo Schindler stellt Nachkriegs-Ansichten der Stadt aktuelle Aufnahmen gegenüber - Ausstellung ...
Perspektiven des Wiederaufbaus

Zahlreiche Besucher kamen zur Ausstellungseröffnung ins Rathaus. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
23.04.2015
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Hobby-Fotograf Timo Schindler nahm historische Aufnahmen von der zerbombten Stadt mit auf seinen Rundgang und fotografierte vom gleichen Standort aus aktuelle Ansichten. Herausgekommen sind aufschlussreiche Perspektiven, die bis Ende des Jahres im Rathaus zu sehen sind. "Bilderbegegnungen - In der Geschichte die Gegenwart finden" heißt die Ausstellung zum 70. Jahrestag der Bombardierung Schwandorfs. Bei der Eröffnung am Donnerstag zog Oberbürgermeister Andreas Feller den Hut vor der Nachkriegsgeneration, "die eine zertrümmerte Stadt vorfand und aus den Ruinen eine lebens- und liebenswerte Stadt entstehen ließ". Stadtarchivar Josef Fischer erinnerte an die wohl schwerste Katastrophe in der mehr 1000-jährigen Geschichte der Stadt. In den frühen Morgenstunden des 17. April 1945 fielen mehr als 600 Tonnen Bomben auf die Stadt. Dieses Bombardement zerstörte große Teile der damals mit Flüchtlingen überfüllten Stadt. Mindestens 1250 Menschen kamen ums Leben. Darunter viele Frauen und Kinder. Aus Angst vor weiteren Luftangriffen harrten Tausende noch mehrere Tage in den Felsenkellern unter menschenunwürdigen Bedingungen aus. Die Lebensmittel wurden knapp, viele Säuglinge starben in den folgenden Monaten. Die Ausstellung beginnt im Eingangsbereich mit großformatigen Bildern von den zerbombten Häusern. Manche Standorte lassen sich kaum identifizieren, so groß war die Zerstörung.

Luftaufnahmen von 1944, vom 16. April 1945, also am Tag vor der Bombardierung, sowie von den Tagen danach und schließlich aus dem Jahr 1952 lassen das Ausmaß der Verwüstung erahnen. Die Fotoschau endet aber nicht mit der Zerstörung, sondern soll auch an die Zeit nach 1945 erinnern. "In den 1950er Jahren ging es spürbar aufwärts", so Josef Fischer. Die Werbung an den Geschäftshäusern wertet er als Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs. Corinna Böhm (Gesang) und Andreas Januschke (Gitarre) begleiteten die Ausstellungseröffnung musikalisch.
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