Totengedenken der SPD in Klardorf mit Erinnerung an Max Schuierer senior und seine Mitstreiter
Ihr Mut ist bis heute beispielgebend

Die SPD Klardorf gedachte ihrer verstorbenen Mitglieder. Bild: kga
Lokales
Schwandorf
05.10.2014
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Die Klardorfer SPD, die Falken, die AWO sowie der Rad- und Kraftfahrerbund "Solidarität" nahmen den 60. Todestag des Gründungsvorsitzenden Max Schuierers senior zum Anlass, ihrer verstorbenen Mitglieder zu gedenken und die Menschen daran zu erinnern, dass diese schrecklichen Dinge der damaligen Zeit nicht in Vergessenheit geraten. Max Schuierer senior fungierte als unbeirrbarer Motor und Vorreiter bei der politischen Verankerung der Sozialdemokratie in Klardorf und darüber hinaus.

SPD-Ortsvorsitzender Andreas Weinmann erinnerte in seiner Gedenkrede an die Gründungsmitglieder der Klardorfer SPD. Im Jahre 1921 riefen im Lanzl-Haus in Zielheim Max Schuierer senior, Ludwig Detter, Josef Emmert, Georg Hirmer und Ludwig Vollath den Ortsverein ins Leben, ohne zu ahnen, welcher menschenverachtenden Brutalität eines in dieser Form noch nie da gewesenen Verbrecherregimes sie in einem Jahrzehnt ausgesetzt sein würden. "Und das lag gewiss nicht daran, dass sie nicht wussten was es bedeutet, politische Verfolgung fürchten zu müssen, auch seitens der staatlichen Obrigkeit", so der Sprecher.

In der Weimarer Republik war die Organisation der Ortsgruppe einer sozialdemokratischer Partei alles andere als leicht. "Die Jüngeren von uns", so Weinmann weiter, "können sich nicht vorstellen, welche Belastungen und welche Gefahren, ob persönlich oder in den Familien, man als aktiver Sozialdemokrat ausgesetzt war. Anfeindungen und Übergriffe waren an der Tagesordnung." Nach der Machtergreifung der Nazis 1933 habe der "braune Terror" auch in Klardorf mit dem Verbot des Ortsvereins und der erstmaligen sechstägigen Inhaftierung der beiden Kommunalpolitiker begonnen. 1944 wurde Max Schuierer in das Konzentrationslager Flossenbürg eingeliefert. Was dies auch für die Familie, für die Kinder bedeutete, lasse sich freilich nur schwer erahnen, betonte der Redner.

Durch glückliche Umstände entkam Schuierer den Schergen des untergehenden Nazi-Reiches und belebte nach seiner Rückkehr mit seinen alten Weggefährten Xaver Detter und anderen Sozialdemokraten den Klardorfer SPD-Ortsverein. Abschließend dankte der SPD-Ortsvorsitzende den Abordnungen und dem Trompetenspieler Oliver Pronath aus Wackersdorf für die feierliche Gestaltung.
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