Trockenzeit in den Kanälen

Die Verbandskläranlage Schwandorf-Wackersdorf arbeitet problemlos. Die Reinigungswerte sind optimal, heißt es im Gewässerschutzbericht. Das gereinigte Wasser läuft über einen Kanal in die Naab. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
15.04.2015
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Minusrekord: Nur gut 4,4 Millionen Kubikmeter Abwasser liefen im vergangenen Jahr in die Kläranlage Schwandorf-Wackersdorf, der niedrigste Wert seit Bestehen. Die Gründe erläuterte technischer Leiter Robert Merkl der Verbandsversammlung am Dienstag.

Die Abwassermenge, die aus Schwandorf, Wackersdorf und Steinberg am See in der Kläranlage nahe der Süd-Ostumgehung ankommt, schwankt immer, zuletzt zwischen 5 und 5,6 Millionen Kubikmetern. Die 4,429 Millionen Kubikmeter vom vergangenen Jahr sind Minusrekord. "Das Geschäft ging schlecht", meinte Merkl, das habe aber einen einfachen Grund: Es hat wenig geregnet. 256 Trocken-Tage registrierte Merkl für seinen Gewässerschutzbericht, 60 mehr als 2013. Im Bereich der Kommunen gibt es reichlich Mischwasserkanäle, die auch Regenwasser zur Anlage spülen. Wenn's nicht regnet, kommt auch nichts. Das ist ein Grund für den Rückgang. Außerdem: In trockenen Jahren sinkt der Grundwasserspiegel so weit, dass die Kanäle über diesem Spiegel liegen und daher kein Fremdwasser in die Leitungen drücken kann. 13 Prozent Fremdwasseranteil lagen deutlich unter den Werten der vergangenen Jahre, die zwischen 20 und 24 Prozent pendelten.

Die Kläranlage funktioniert einwandfrei. Die ermittelten Reinigungswerte sind optimal. Knapp 35 000 Einwohner werden über die Kläranlage entsorgt, dazu kommen die Betriebe. Rechnerisch war die Anlage im vergangenen Jahr mit gut 66 700 Einwohnergleichwerten (EGW) ausgelastet, konzipiert ist sie für 110 000 EGW. Verbandsvorsitzender Oberbürgermeister Andreas Feller lobte die Mitarbeiter für die geleistete Arbeit.

Die Kläranlagen wird über Umlagen der Mitgliedsgemeinden Schwandorf und Wackersdorf finanziert. Steinberg ist nicht Mitglied des Zweckverbandes und rechnet seine Kosten mit Wackersdorf ab. Die Jahresrechnung des Zweckverbands 2014 schloss mit 1,615 Millionen Euro. Es ergab sich ein Umlageguthaben für Schwandorf von knapp 144 700 Euro, für Wackersdorf von knapp 79 100 Euro. Das Guthaben wird 2015 angerechnet. Im laufenden Jahr sind einige größere Ersatzinvestitionen nötig, außerdem kauft der Verband ein neues Blockheizkraftwerk. Das Haushaltsvolumen steigt deshalb auf rund 2,356 Millionen Euro, davon 1,622 Millionen im laufenden Geschäft des Verwaltungshaushalts. Für die Betriebskosten muss die Stadt 910 000 Euro, Wackersdorf 259 550 Euro bezahlen. Für den Schuldendienst bezahlt Schwandorf 83 750, Wackersdorf 43 150 Euro. Für das neue Blockheizkraftwerk nimmt der Verband ein Darlehen von 360 000 Euro auf, erläuterte Geschäftsführerin Marion Steffl. Haushalt und Jahresrechnung wurden von der Verbandsversammlung einstimmig ohne Debatte angenommen.
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