Trocknung beschlossene Sache

Auf dem Gelände der Verbandskläranlage lagern momentan etwa 800 Tonnen Klärschlamm, die noch entsorgt werden müssen. Täglich kommen rund zehn Tonnen dazu. Bild. Hösamer
Lokales
Schwandorf
12.08.2015
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Der Klärschlamm aus der Verbandskläranlage Schwandorf/Wackersdorf wird künftig am Müllkraftwerk getrocknet. Die Verbandsversammlung beschloss am Dienstag den Beitritt zum neuen Zweckverband - allerdings nicht einstimmig.

Der Beitrittsbeschluss zum Zweckverband thermische Klärschlammverwertung im Landkreis Schwandorf (ZTKS) musste aus rechtlichen Gründen erneut gefasst werden. Die drei SPD-Verbandsräte aus Schwandorf stimmten am Dienstag erneut dagegen. Zwar wurde - wie von der SPD gefordert - die Absicht, wertvolle Rohstoffe wie Phosphor aus dem Schlamm zu gewinnen, sobald das ökonomisch machbar ist, in die Verbandssatzung aufgenommen. Andreas Weinmann blieb aber bei der Forderung nach einer reinen Klärschlamm-Verbrennungsanlage. Der getrocknete Schlamm soll nach bisherigen Plänen im Zementwerk Burglengenfeld verbrannt werden. Außerdem sieht Weinmann auf die Schwandorfer weitere Belastungen durch die Anlieferung zukommen.

Ein Lkw pro Stunde

Der Betriebsleiter der Verbandskläranlage, Robert Merkl, hatte darauf verwiesen, dass im Schnitt ein Lkw pro Stunde zur künftigen Trocknung am Müllkraftwerk fahren werde. Heutzutage werde der Schlamm bis nach Ostdeutschland gekarrt. Er erläuterte den Räten zusammen mit Geschäftsführerin Marion Steffl, dass die Entsorgung des Schlamms immer schwieriger und teurer wird. "Wir liefern uns dem Markt aus und haben keine Entsorgungssicherheit mehr." Pro Tag fallen in der Anlage zehn Tonnen Schlamm an. Mehrere Hundert Tonnen liegen auf Halde. Ihre Entsorgung wird immer teurer, seit die landwirtschaftliche Verwertung kaum mehr möglich ist. Bis Mitte Juni musste der Kläranlagen-Zweckverband für die Entsorgung noch gut 58 Euro pro Tonne bezahlen, mittlerweile stieg der Preis auf 88 Euro. Für die rund 1450 Tonnen, die in diesem Jahr noch zu entsorgen sind, macht das einen Mehraufwand von 44 000 Euro und insgesamt 174 000 Euro aus. Für das kommende Jahr werden schon 266 000 Euro fällig. Würde die Entsorgung noch teurer, müssten über kurz oder lang die Abwassergebühren in Schwandorf, Wackersdorf und Steinberg steigen. Steinberg ist nicht Mitglied im Zweckverband, sondern rechnet mit Wackersdorf ab. Der ZTKS rechnet nach ersten Studien mit einem Entsorgungspreis von etwa 61 Euro je Tonne, was für die Schwandorfer Anlage Kosten von 183 000 Euro ausmachen würde.

Bürgermeister Thomas Falter (Wackersdorf, CSU) nannte den Beitritt zum ZTKS "alternativlos". Andreas Wopperer (Schwandorf, CSU) verwies darauf, dass es für Schwandorf wichtig sei, dem Verband anzugehören. Alleine schon, um in der künftigen Versammlung mit entscheiden zu können.

Mehrheit beim Landkreis

Dem ZTKS werden beinahe alle Kommunen und Abwasserzweckverbände des Landkreises angehören - mit jeweils einer Stimme. "Der Landkreis wird die Mehrheit haben", meinte Wopperer mit Blick auf weitere Städte wie Bayreuth, Weiden, Landshut oder Regensburg, die dem ZTKS beitreten wollen. Die drei SPD-Räte blieben bei ihrer Ablehnung.
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