Trocknungsanlage soll mit deutlich höherer Kapazität ausgebaut werden - ZMS-Verbandsrätin ...
Kommt Klärschlamm auch aus Regensburg?

Die neuen Kompressoren am Müllkraftwerk produzieren Abwärme, die bislang verpufft. Diese Energie soll in einer neuen Anlage für die Klärschlammtrocknung genutzt werden. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
29.07.2015
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Die Klärschlamm-Trocknungsanlage am Müllkraftwerk Schwandorf könnte erheblich größer werden, als bisher angenommen. In der Verbandsversammlung des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf (ZMS) am Dienstag sprach Verbandsdirektor Thomas Knoll von einer Kapazität von etwa 45 000 Tonnen. Verbandsrätin und Zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl (Schwandorf) erhob Widerspruch.

Der Zweckverband thermische Klärschlammverwertung Schwandorf (ZTKS) steht kurz vor der Gründung. Die beitrittswilligen Kommunen und Kläranlagenbetreiber - oft auch Zweckverbände - sollen bis Mitte August entsprechende Beschlüsse fassen. Aus formalen Gründen ist dies ein zweites Mal nötig. Auch beim ZMS, der dem neuen Verband ebenfalls beitreten wird. Bislang war davon auszugehen, dass in erster Linie Kommunen aus dem Landkreis Schwandorf den ZTKS gründen, um den Klärschlamm zu entsorgen. Wegen der neuen Düngemittelverordnung kann der nämlich kaum mehr auf Felder ausgebracht werden. Geplant ist, den Schlamm in Schwandorf zu trocknen und den Rest im Zementwerk Burglengenfeld zu verbrennen. Beinahe alle Kommunen und Abwasser-Zweckverbände des Landkreises werden beitreten, erläuterte ZMS-Kämmerer Alois Böhm. Interesse hat aber auch die Stadt Regensburg. In der ZMS-Versammlung wurde deutlich, dass auch Landshut und Bayreuth beitreten wollen.

Für Roidl eine Situation, die sie nicht mittragen will, auch vor dem Hintergrund der Transporte, die wohl per Lkw erledigt werden sollen. Roidl äußerte die Befürchtung, dass am Ende alle Kommunen aus dem ZMS-Gebiet ihren Schlamm nach Schwandorf karren. Einen Nachteil für die Schwandorfer konnte ZMS-Verbandsvorsitzender Landrat Thomas Ebeling nicht erkennen. Schließlich werde die sichere Entsorgung des Schlamms gewährleistet. Außerdem werde das Burglengenfelder Zementwerk beim geplanten Ausbau auch technisch aufgerüstet. Mit dem Unternehmen würden die technischen Grundlagen eingehend abgeklopft.

Die Klärschlammtrocknung soll einerseits durch die Abwärme der neuen Kompressorenanlage am Müllkraftwerk beheizt werden. Zusätzlich wird Dampf eingesetzt, den die Nabaltec nicht benötigt. Bislang wird damit Strom erzeugt - bei den niedrigen Erzeugerpreisen für elektrische Energie lohnt dies aber kaum noch. Wie groß das Verbandsgebiet des ZTKS wird, liegt letztlich einerseits an der Kapazität der Anlage, die erst gebaut werden muss - und am politischen Willen der ZTKS-Gründer. Die ZMS-Versammlung billigte den Beitritt gegen die Stimme Roidls.
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