TSV und FC: Fusion bleibt Thema

Dr. Karl-Heinz Saur, Präsident des TSV Schwandorf, strebt eine Zusammenarbeit mit dem FC Schwandorf an. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
11.05.2015
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"Es muss etwas passieren". Darin sind sich Dr. Karl-Heinz Saur und Kurt Mieschala einig. Der Präsident des TSV Schwandorf und der stellvertretende Vorsitzende des FC Schwandorf suchen nach Antworten auf die Frage: Wie können die Vereine wirtschaftlich und sportlich überleben?

Fusionsgespräche hat es in der Vergangenheit zuhauf gegeben, sie sind bislang alle im Sande verlaufen. Ideen zur Fusion gibt es, ein Konzept aber fehlt. "Die Schmerzgrenze war offenbar noch nicht erreicht", vermutet Kurt Mieschala. Doch jetzt würden die Zwänge immer größer. Die Fußballer der Stadtvereine sind, sieht man vom SC Ettmannsdorf ab, in den Niederungen des Amateursports verschwunden. Die Nachwuchsförderung hinkt im Vergleich zu anderen Städten hinterher.

Keine Spielräume

Zur sportlichen kommt die wirtschaftliche Seite. Bei der Hauptversammlung des TSV Schwandorf wurde deutlich, wie schwierig der Abschluss "mit einer schwarzen Null" geworden ist. Und dies bei einem Jahresumsatz von 160 000 Euro. Präsident Karl-Heinz Saur würde gerne eine zweite Halle bauen, sieht aber keine finanziellen Spielräume.

Nur mit ehrenamtlichen Kräften ließen sich Vereine wie der TSV und der FC Schwandorf auf Dauer nicht mehr führen, sind sich Dr. Karl-Heinz Saur und Kurt Mieschala einig. Ihnen schwebt die Anstellung eines hauptamtlichen Geschäftsführers vor. Unter einem gemeinsamen Dach könnten sich die Vertreter der beiden Traditionsvereine auch die anderen städtischen Clubs vorstellen. Nicht jedoch die Vereine in den Außenbereichen, die neben der sportlichen vor allem eine gesellschaftliche Funktion ausübten.

Beim Blick nach Amberg, Weiden oder Regensburg sehen die Funktionäre, "dass Zusammenarbeit möglich ist und Sinn macht". Aus dem TSV Oberviechtach und der SpVgg Teunz ist im vergangenen Jahr der FC OVI-Teunz geworden. Die Erfahrungen aus dieser Fusion wollen sich die Verantwortlichen zunutze machen. Deshalb werden sie sich demnächst mit den Vertretern aus dem östlichen Landkreis zusammensetzen und sich anhören, "was gut läuft und was zu beachten ist".

Saur hört 2016 auf

Der TSV Schwandorf hat 14 Abteilungen mit 21 Sportarten. Zu den sportlichen Aushängeschildern zählen die Basketballer (Bayernliga), die Handball-A-Junioren (Aufstieg in die Bayernliga), die Leichtathleten (Erfolge auf Bezirks- und Landesebene) und Ju-Jutsu (Titel auf Bundesebene). Der Verein hat 1063 Mitglieder, davon die Hälfte Kinder und Jugendliche. Der Präsident beklagt die "hohe Fluktuation". Dr. Karl-Heinz Saur kündigte seinen Rückzug "definitiv für 2016" an. Bis dahin will er die Fusionsgespräche vorantreiben.

Der FC Schwandorf ist nach dem Verlust der Schwimmabteilung unter die 1000-Mitglieder-Grenze gerutscht und kocht sportlich auf Sparflamme. Die Schmerzgrenze dürfte inzwischen auch bei den treuesten FC-Anhängern erreicht sein, die eine Fusion in der Vergangenheit eher verhindert haben.
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