Über ein Sterben in Würde

Diakon Jürgen Weich, der Arzt Dr. Armin Beierlein und die Klarinettistin Amelie Sailer (von links) gestalteten einen "Mitten unter Euch"-Gottesdienst in der evangelischen Erlöserkirche. Bild: hfz
Lokales
Schwandorf
12.03.2015
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"Mitten unter Euch" heißt ein besonderes Gottesdienst-Angebot der evangelischen Kirchengemeinde. Der Schwandorfer Arzt Dr. Armin Beierlein hat bei der jüngsten dieser Andachten gepredigt. Sein Thema: Sterben mit Würde.

Diakon Jürgen Weich hat die musikalisch-meditative Zusammenkunft in der Erlöserkirche gestaltet, bei der Margarita Wiegleb (Piano) und die 18-jährige Amelie Sailer (Klarinette) für ein außergewöhnliches Klangerlebnis sorgten. Weich lud die Besucher zu Singen, Klatschen und kontemplativer Versenkung ein und segnete am Ende die Gläubigen einzeln mit einem Salbungsöl.

Als Gastprediger wies Dr. Armin Beierlein darauf hin, dass das Thema Sterben in den letzten Monaten durch die Diskussion um die sogenannte "aktive Sterbehilfe" wieder mehr in den Fokus der Gesellschaft gerückt sein. "Ich meine, dass dies eine gute Entwicklung ist", versicherte er seinen Zuhörern.

Viele Menschen seien bewegt vom Wunsch nach einem würdigen Sterben, "und hier sehe ich viel Bewegung in die richtige Richtung". Beierlein nannte in diesem Zusammenhang die Vorteile von Patienten- und Vorsorgeverfügungen, die zu einer erheblichen Entlastung der Angehörigen führen würden. Außerdem hat er als Arzt festgestellt, dass "Krankenhäuser und Intensivmedizin ihre Rolle im Sterbeprozess zunehmen kritischer hinterfragen".

Für Palliativstationen

Statt für die "Maximalmedizin" brach Beierlein in diesem Zusammenhang eine Lanze für Palliativstationen, wie es sie in Amberg, Regensburg und Neustadt/WN gibt. Dort würden unheilbar Kranke und Sterbende versorgt, ihre Schmerzen behandelt und ihre Beschwerden entlastet. Auch die ambulante Palliativversorgung für ein würdevolles Sterben zu Hause entwickle sich weiter, freute sich der Mediziner: "Seit geraumer Zeit steht ein spezialisiertes Team aus Krankenschwestern und Ärzten zur professionellen Begleitung Sterbender in unserer Region bereit." Er nannte dabei auch "die überaus wertvolle, ehrenamtliche Arbeit der Hospizvereine". Beierlein urteilte, dass "all diese Entwicklungen uns Mut machen sollten, auch wenn sie natürlich noch nicht alle am gewünschten Ziel sind".

Weil es eine Predigt in einer evangelischen Kirche war, ging der Arzt auch auf Aussagen des Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm zu diesem Thema ein. Bei der Landessynode kürzlich in Regensburg hatte sich der Bischof über den Tod und das Sterben in Würde geäußert und von einer "Lebenskunst im Angesicht der letzten Dinge" gesprochen. Beierlein forderte überdies, "dass wir uns als evangelische Christen auch klar in der Diskussion um Sterbehilfe in Deutschland positionieren sollen".

Eigene Erfahrung anders

So berichtete der Gastprediger aus seiner Erfahrung, in seinen vielen Jahren, in denen er Kranke und Sterbende mit begleitet habe, "hat noch niemand nachhaltig den Wunsch nach Sterbehilfe geäußert". Gegenteilige Umfrageergebnisse seien seines Erachtens weit weg von den echten Sterbesituationen ermittelt worden.
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