Unter Freunden

Oberbürgermeister Andreas Feller (rechts) verlieh im Beisein von Libournes Bürgermeister Philippe Buisson und Landrat Thomas Ebeling (hinten von links) die Konrad-Max-Kunz-Medaille an die Präsidentin des Amicale Annie Chêne (vorne rechts) und den ehemaligen Vorsitzenden des Libournevereins Peter Grau (vorne links). Die Ehrung des früheren Vorsitzenden Dr. Harmut Beck erfolgt später.
Lokales
Schwandorf
25.05.2015
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Gemeinsam essen und trinken hält nicht nur Leib und Seele zusammen, es vertieft Freundschaften. Auch zwischen Städten, wie von den Stadtoberhäuptern Libournes und Schwandorfs zu hören war. In dieser 50-jährigen Partnerschaft steckt aber weit mehr.

Die Initiative dazu ergriffen, wie es Libournes Bürgermeister Philippe Buisson beim Festakt am Sonntag im Oberpfälzer Künstlerhaus formulierte, zwei Bürgermeister der Kriegsgeneration als Zeichen der Versöhnung. Am 25. Mai 1965 unterzeichneten Georges Kany und Dr. Josef Pichl die Partnerschaftsurkunde. Daran erinnerte der Gastgeber, Oberbürgermeister Andreas Feller. Erste Kontakte wurden bereits einige Jahre vorher geknüpft. Als wichtigen Eckpfeiler außerhalb des Libournevereins Schwandorf und der Amicale in Libourne nannte er den Schüleraustausch zwischen den beiden Gymnasien.

"Im Laufe der vielen Jahre ist es gelungen, insbesondere die Jugend für eine Völkerverständigung zwischen Deutschland und Frankreich zu begeistern." Feller sprach von der sprichwörtlichen französischen Gastfreundschaft bei seinem Besuch in Libourne Anfang Mai. Doch der Besuch hatte Symbolcharakter. Die Anwesenheit einer Schwandorfer Delegation zum 70. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai "war emotional und wird hoch geschätzt", übersetzte Gabi Höper, die erste Deutsche im Libourner Stadtrat, die Worte Buissons.

Bierfest im Juni

Wie wichtig ihm die Partnerschaft sei, unterstrich er damit, dass er einen 30-Stunden-Flug aus China - dort pflegt Libourne eine weitere Partnerschaft - nicht gescheut habe, um beim Festakt dabei zu sein, ebenso beim Volksfestauftakt, "Ich verspreche nur Bier aus Schwandorf zu trinken und im Gegenzug sollten Schwandorfer nur Wein aus Libourne trinken," lautete seine Botschaft zum 50-Jährigen. In Libourne gibt es seit zwei Jahren ein Bierfest. Gerstensaft und Würstl kommen aus der Kreisstadt. Buisson lud vom 19. bis 22, Juni alle Schwandorfer dazu ein.

Begeisterung

Für die Vorsitzende des Libournevereins Sonja Dietl war der Festakt ein bewegender Moment. Vom Schüleraustausch "ist mir die Begeisterung und Leidenschaft für unsere Partnerstadt bis heute geblieben. Und in unserer Mitte sitzt meine Austauschschülerin, die heute in Schwandorf lebt." Dietl freut sich auf die kommenden 50 Jahre. Annie Chêne kam vor achten Jahren zum ersten Mal nach Schwandorf und hätte nicht gedacht, dass sie als Präsidentin des Amicale zurückkommen werde. "Schuld daran, dass ich hier bin, ist unser Bürgermeister", bemerkte sie mit Blick auf Buisson. Er habe 2013 gesagt, sie solle Präsidentin des Vereins, der einige Zeit auf Eis lag, werden. Und, so Chêne: "Ich habe es nicht bereut." Für die passende Musik sorgte das Duo Günter Schmid und Johannes Bauer. Nach dem Eintrag der Festgesellschaft ins Goldene Buch der Stadt und Geschenken an die französischen Gäste kamen wieder Wein und Bier zum Zug. Bei Stehempfang und Essen im Sperlstadl ließen Schwandorfer und Libourner die Partnerschaft hoch leben.
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