Unterkunft für 200 Flüchtlinge

Auf einem Teil des freien Grundstücks an der Hoher-Bogen-Straße südlich des Ämterzentrums (rechts oben) will ein Investor ein Wohnheim für Flüchtlinge errichten. Darüber muss nun der Stadtrat entscheiden. Luftbild: Götz
Lokales
Schwandorf
07.07.2015
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Bauchschmerzen im Bauausschuss: Die Bauvoranfrage für eine Gemeinschaftsunterkunft mit 200 Plätzen sorgte am Dienstag für Bedenken im Gremium. Nicht nur wegen der hohen Zahl von Flüchtlingen, die hier unterkommen sollen.

Rechtlich wäre das Vorhaben möglich, daran ließen Oberbürgermeister Andreas Feller und Maximilian Fritsch vom Bauordnungsamt keinen Zweifel. Auf einer Teilfläche des Grundstücks südlich der Polizeiinspektion will die Unternehmensgruppe Fechter das Wohnheim errichten. Das Grundstück gehört dem Bund. Einst sollte hier der Neubau für das Arbeitsamt entstehen, zuletzt war das Gelände als Standort für einen - dann verworfenen - Neubau des Beruflichen Schulzentrums dienen. Ein Schwandorfer Bildungsunternehmen wird auch immer wieder als Interessent für das Grundstück genannt.

Fakt ist: Der Grund ist frei, wenn die Voranfrage für das Flüchtlingswohnheim befürwortet würde, könnte wohl ein Kauf über die Bühne gehen. "Wollen wir das Wohnheim da haben?" , stellte Dr. Jochen Glamsch (UW) die Gretchenfrage deutlich, die sowohl Franz Radlinger (CSU) als auch Alfred Braun (SPD) mit "Bauchschmerzen" umschrieben. Klar, für die Flüchtlinge müsse etwas getan werden. Aber Gemeinschaftsunterkünfte gelten gerade nicht als Musterlösungen für Integration. Immerhin: Die große Zahl der Plätze würde laut OB zumindest eine Vollzeitstelle für die Betreuung nach sich ziehen. Bauchgrimmen erzeugte wohl auch der Name des Investors, dem der Ruf vorauseilt, nicht sonderlich wählerisch darin zu sein, wie mit einem Gebäude Geld verdient wird. In Nittenau soll beispielsweise eine Unterkunft in einer ehemaligen Schlächterei entstehen (wir berichteten).

Der Ruf eines Unternehmens darf allerdings bei einer baurechtlichen Entscheidung keine Rolle spielen. Vielmehr bewegten Braun, Radlinger und auch Glamsch die Bedenken, dass eine Vermarktung der umliegenden Grundstücke für Wohnbebauung dann schwierig würde. Wohnhäuser so nahe an der Oberpfalzhalle und dem Stadion kommen wegen des Lärms aber ohnehin nicht infrage. Für Wohnheime gelten geringere Anforderungen.

Das Gelände ist als Fläche für einen "Gemeinbedarf Schule" ausgewiesen. Für ein Wohnheim müsste eine Änderung beschlossen werden. Das obliegt nun dem Stadtrat: Auf Antrag von Alfred Braun verwies der Bauausschuss die Entscheidung wegen der "besonderen Bedeutung" ins Gesamtgremium.
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