Varroa hält Imker auf Trab

Die Varroa-Befallskontrolle ist für den Fortbestand des Bienenvolkes unumgänglich. Die Milben sind am Boden des Stocks erkennbar. Bild: tgr
Lokales
Schwandorf
25.07.2015
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Die Varroamilbe bedroht nach wie vor die Bienen. Imker können ihre Völker gegen die Parasiten behandeln. Dabei ist Sorgfalt gefragt.

Die Varroa-Behandlung und die Einwinterung waren Themen bei der Versammlung des Imkervereins Schwandorf im Lehrbienenheim, die Vorsitzender Konrad Grauvogl leitete. Für den verhinderten Bienenfachberater Werner Biedermann übernahm Zuchtwart Johann Kagerer die Aufgabe, über den fachgerechten Umgang mit der Milbe zu referieren.

Die Varroa ist vor rund 40 Jahren aus Asien eingeschleppt worden. Während die asisatische Biene gut damit klar komme, sei der Parasit für das drastische Bienensterben in Europa mitverantwortlich, sagte Kagerer. Um die Bienen ausreichend und erfolgreich vor der Varroa-Milbe zu schützen, ist eine gemeinsame, flächendeckende und zur richtigen Zeit angewandte Varroa-Bekämpfung notwendig, so Kagerer.

Wenn nicht alle Imker mitmachen, kann der Erfolg gefährdet sein. Der Befallsgrad des Volkes sollte ständig überprüft werden. Entdeckt ein Imker in einem Volk mehr als zehn Milben pro Tag, sei die Behandlung sofort zu beginnen. Sonst sei das Bienenvolk nicht mehr zu retten, sagte der Zuchtwart. Davor ist das Volk mit aufzufüttern.

Empfohlene Methoden sind Langzeitanwendungen, die sich über mehrere Tage oder Wochen erstrecken können. Die wichtigste Tätigkeit nach der Behandlung ist die Varroa-Befallskontrolle. Sie gibt dem Imker einen Überblick über den Erfolg oder Misserfolg. Eingesetzt dürfen nur zugelassene Varroamittel wie Ameisen-, Oxal- oder Milchsäure. Die Zahl der Milben dürfe auf keinen Fall 20 pro Tag übersteigen. Für die spätsommerliche Behandlung eigne sich auch Thymol, das aus naturidentischen Substanzen bestehe. Kagerer jedoch empfahl den Imkern, bei den altbewährten Mitteln zu bleiben.

Damit die Überwinterung erfolgreich verlaufe, riet der Zuchtwart dazu, die Völker auszulesen und nur starke Völker einzuwintern. Im Oktober sollten es mindestens 5000 gut ernährte und langlebige Winterbienen pro Volk vorhanden sein. Damit sei das Risiko eines Verlusts über den Winter geringer. Eine Garantie gebe es nicht, doch sei die Ausfallquote geringer als bei schwächeren Völkern. Bevor mit den Einwinterungs-Arbeiten begonnen wird, sollte der Honig abgeschleudert werden. Rechtzeitig müsse dann ausreichend aufgefüttert werden. Die Fütterung für den Winter sollte Mitte September abgeschlossen sein, denn dann hätten die Altbienen noch Futter zum Verarbeiten und die Jungbienen sollten so für das Frühjahr geschont werden, erläuterte Kagerer.
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