Verbandskläranlage investiert rund 460 000 Euro in moderne Technik - Weiteres Blockheizkraftwerk
Neuer Turbo hilft beim Energiesparen

Betriebsleiter Robert Merkl (links) und Geschäftsleiterin Marion Steffl (rechts) erläuterten mit den beiden Verbandsvorsitzenden OB Andreas Feller (zweiter von links) und Bürgermeister Thomas Falter die Investitionen in der Kläranlage. Im Hintergrund ist ein Turboverdichter zu sehen. Ein solches Gerät wird für gut 92 000 Euro neu gekauft. Bild: Hösamer
Lokales
Schwandorf
12.08.2015
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Rührwerke, Verdichter, viele weitere Maschinen: In der Verbandskläranlage wird viel Strom verbraucht. Rund 2,16 Millionen Kilowattstunden im vergangenen Jahr. Das gute für die Gebührenzahler: 76 Prozent der elektrischen Energie erzeugt die Anlage selbst. Ab kommendem Jahr soll diese Bilanz noch besser werden: Mit einem weiteren Blockheizkraftwerk (BHKW), das aus Klärgas und - wenn das nicht reicht - Erdgas Strom und Wärme produziert, soll der Wert auf 80 Prozent steigen. Das erläuterten am Dienstag Verbandsvorsitzender OB Andreas Feller und Betriebsleiter Robert Merkl.

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach bringt rund ein Zehntel des Strombedarfs, den Löwenanteil das bestehende BHKW. Außerdem ist es durch technische Verbesserungen gelungen, den Stromverbrauch der Anlage im Vergleich zum Jahr 2004 um etwa 290 000 Kilowattstunden oder knapp 12 Prozent zu senken.

Das gibt's nicht umsonst. Das neue BHKW wird etwa 368 000 Euro kosten. Allerdings werde dessen Betrieb mit rund 160 000 Euro über das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz gefördert, erläuterte Geschäftsführerin Marion Steffl. 360 000 Euro pro Jahr soll die Anlage an Stromersparnis bringen. Die Erdgas-Kosten gegengerechnet, rechnet sich das BHKW binnen weniger Jahre.

Die größten Stromverbraucher in der Anlage sind die Turboverdichter. Sie drücken Luft in die Klärbecken, die die Bakterien, die das Wasser biologisch reinigen, zum Überleben brauchen. Einer der vier Verdichter war kaputt, das Ersatzteil hätte 45 000 Euro gekostet. Merkl und sein Team kamen zu dem Schluss, dass sich ein neuer, sparsamerer Verdichter rechnen würde. Zumal die restlichen drei Geräte auch schon 18 Jahre auf dem Buckel haben. Der neue Verdichter kostet gut 92 000 Euro.

Verbandsvorsitzender Oberbürgermeister Andreas Feller lobte das Team der Anlage ausdrücklich. Vor allem deshalb, weil die handwerklich geschickten Mitarbeiter vieles selbst erledigen, was sonst an Fremdfirmen vergeben werden müsste. Die Verwaltung der Verbandskläranlage ist seit 1. Mai eigenständig. Bisher wurden Verwaltungsaufgaben gegen Abrechnung von Mitarbeitern des Schwandorfer Rathauses übernommen. Weil das laut OB Feller rein rechtlich einer Arbeitnehmerüberlassung gleichkomme, hat sich der Verband zur Änderung entschieden. In der Kläranlage arbeiten nun in der Geschäftsstelle neben Marion Steffl zwei Teilzeitkräfte, im Betrieb sind neben Robert Merkl zwei Ver- und Entsorger, zwei Elektriker und eine Laborantin (in Teilzeit) angestellt.
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