Verbot soll Arnika schützen

Wie die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Schwandorf kürzlich festgestellt hat, wurden im Raum Stadlern illegal Dutzende Arnika-Pflanzen geköpft, wohl um sie als Hausmittel zu verwenden. bild: hfz
Lokales
Schwandorf
25.07.2015
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Eine seltene Pflanze unserer Heimat ist die Arnika, auch Berg-Wohlverleih genannt. Im Schönseer Land ist ihr Vorkommen um 80 Prozent gesunken.

Der wissenschaftliche Name der Pflanze, "Arnica montana", weist auf ihre Hauptverbreitung in höheren Lagen hin. Einen Verbreitungsschwerpunkt hat sie auch im Mittelgebirge des Schönseer Landes, wo sie noch gelegentlich auf Bergwiesen und in Heiden zu finden ist. Leider hat ihr Vorkommen rapide abgenommen, was auch auf das Absammeln ihrer Blütenköpfe zurückzuführen ist.

Denn die Arnika ist bekanntermaßen eine beliebte Heilpflanze. So wurden, wie die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Schwandorf kürzlich festgestellt hat, im Raum Stadlern im Juni illegal dutzende Arnika-Pflanzen geköpft, wohl um sie als Hausmittel zu verwenden.

Pflücken nicht erlaubt

Das Landratsamt weist darauf hin, dass es sich dabei um einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetzes handelt. Die Arnika steht als gefährdete Art auf der Roten Liste. Um sie zu erhalten, wurde sie unter besonderen Schutz gestellt. Das Abpflücken kann mit empfindlichen Geldbußen belegt werden.

Das Abpflücken von Arnika-Pflanzen ist auch aus Gründen des Landschaftsschutzes nicht hinnehmbar. Eine vom Naturparkverein Oberpfälzer Wald beauftragte wissenschaftliche Untersuchung hat kürzlich gezeigt, dass in den letzten 23 Jahren über 80 Prozent der Arnika-Populationen im Schönseer Land verschwunden sind.

Nur noch wenige Wuchsorte sind erhalten geblieben. Vor allem intensive Landnutzung, aber auch das Zuwachsen aufgegebener Magerwiesen mit Gebüschen machen der bedrohten Pflanze den Garaus.

Gravierende Folgen

Um die heimischen Arnika-Vorkommen zu erhalten, wird Geld für Landschaftspflegemaßnahmen eingesetzt. Zum Beispiel soll das Entfernen von unerwünschtem Gebüschaufkommen die Arnika in ihrer Ausbreitung fördern. Durch das Sammeln wird der natürliche Vermehrungskreislauf unterbrochen. Die Pflanzen können sich nicht mehr über ihre Samen ausbreiten, eine neue Generation fällt komplett aus. Da Arnika-Präparate für wenig Geld auf dem freien Markt erhältlich sind, ist ein Sammeln heimischer Arnika-Pflanzen nicht notwendig. Die untere Naturschutzbehörde bittet die Bevölkerung um Verständnis und um ein naturfreundliches Verhalten.
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