Verdi-Senioren befürchten wachsende Altersarmut und wollen Umlagesystem stärken - Bezirkstagung
Steuergeld in die Rentenkasse

Lokales
Schwandorf
20.10.2015
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Einmal im Jahr treffen sich die Vertreter der über 4100 in der Gewerkschaft Verdi organisierten Senioren der Oberpfalz, um über aktuelle und künftige gesellschaftliche Herausforderungen zu beraten. Die Seniorenvertreter in den Fachbereichen und Ortsvereinen setzten sich im Hotel Schwefelquelle mit zwei Schwerpunktthemen auseinander: Altersarmut sowie Asyl- und Flüchtlingsfragen. Das teilte die Gewerkschaft mit.

Vorsitzender Manfred Haberzeth brachte Rahmendaten zum Thema Altersarmut mit. Während in den westlichen Industrienationen die durchschnittliche Rentenhöhe noch bei knapp 55 Prozent des letzten Nettolohnes liege, blicken Neurentner in Deutschland erstaunt, vor allem aber erschrocken, auf ihren Rentenbescheid. Gerade noch 48 Prozent kommen raus und davon gehen noch Abzüge weg. Werde diese Entwicklung nicht aufgehalten, winke massenhafte Altersarmut, so Haberzeth. Deshalb gelte es das Umlagesystem zu stärken, Betriebsrenten verbindlich zu machen und daneben auch die paritätische Krankenversicherung wieder herzustellen. Verdi werde dazu eine breite Kampagne einleiten und versuchen, den Blick auf dieses Problem zu lenken. Gesellschaftliche Verpflichtungen müssten dabei zwingend über Steuern finanziert werden, fordern die Gewerkschafter. Das Abwälzen auf Beitragszahler dürfe nicht weiter zunehmen.

Andreas Schmal, Organisationssekretär bei der DGB-Region Oberpfalz, war der Fachreferent zu Asyl- und Flüchtlingsfragen. Er spannte den Bogen seines Vortrages von aktuellen Zahlen über die rechtlichen Grundlagen bis zu möglichen Ursachen der weltweiten Flüchtlingsmiseren. Betrachte man die öffentliche Diskussion, bekomme man den Eindruck, dass alle Menschen, die auf der Flucht sind, Zuflucht in Deutschland suchen, so Schmal. Anhand verfügbarer Zahlen macht er deutlich, dass von 60 Millionen Flüchtlingen weltweit etwa 2 Millionen Zuflucht in Deutschland suchen. Die Anrainerstaaten der Krisenregionen schultern bis zu 25 Prozent Anteil an der eigenen Bevölkerung. "Hier können wir helfen", so Schmal. Zunächst müsse Nothilfe geleistet werden. "Dabei gleichen Ehrenamtliche die staatlichen Versäumnisse aus", sagte Schmal. Europa müsse sich genau so beweisen wie Deutschland selbst.
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