Verdienstmedaille des Verdienstordens für Professor Dieter Schmidt
Anwalt der Patienten

Landrat Thomas Ebeling (rechts) verlieh Professor Dieter Schmidt (links) bei einem Festakt im ZMS-Verwaltungsgebäude die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
06.10.2015
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Der pensionierte Ministerpräsident, Bundespräsident a.D. und dekorierte Generalfeldmarschall betritt mürrisch den Raum und verlässt ihn wenig später mit einem Lächeln. Dazwischen liegt eine Unterhaltung mit dem Patientenbeauftragten des Bezirkskrankenhauses Regensburg. Professor Dieter Schmidt nimmt sich Zeit für den verwirrten Patienten, hört ihm zu und macht ihn glücklich und zufrieden.

Dieter Schmidt war in seiner aktiven Zeit Staatsanwalt, Richter und Vizepräsident am Landgericht Weiden und gezwungen, den einen oder anderen Angeklagten in den Maßregelvollzug zu schicken. Als ehrenamtlicher Patientenbeauftragter am Bezirksklinikum lernte der Jurist auch die andere Seite kennen. Seit 26 Jahren kümmert sich Professor Dieter Schmidt um die Belange der psychisch und neurologisch erkrankten Patienten in der mit 1000 Betten größten Klinik der Oberpfalz. Dafür erhielt er jetzt eine hohe Auszeichnung. Landrat Thomas Ebeling überreichte ihm am Freitag im ZMS-Gebäude die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

In seiner Laudatio beschrieb der Vorstand des Klinikums, Kurt Häupl, die Schwierigkeit des Rollenwechsels: "Auf der einen Seite der unabhängige Richter und Jurist, dann wieder der empathische und zuhörende Anwalt der Patienten". Die Doppelfunktion habe die Aufgabe nicht leichter und so manchen Patienten misstrauisch gemacht, erinnert sich Kurt Häupl. Doch dem Fürsprecher sei es immer wieder gelungen, bei der Klinikleitung und der Verwaltung erfolgreich zu intervenieren und Lockerungen zu erreichen, dem Gegenüber gleichzeitig aber auch die rechtstaatlichen Prinzipien klar zu machen. Nach der Eröffnung der Klinik für neurologische Rehabilitation übernahm Dieter Schmidt vor 20 Jahren auch die Aufgabe des Heimfürsprechers.

Der Professor berät ferner die Ethikkommission der Klinik, wenn es um den Einsatz lebenserhaltender Maßnahmen geht. Dieter Schmidt hat in der Vergangenheit erfahren, "wie wichtig es den Patienten ist, einen Gesprächspartner außerhalb des Klinikpersonals zu haben". So wie der "Generalfeldmarschall", der sich nur von seinem Fürsprecher ernst genommen fühlt. "Warum soll ich ihm diese Freude nicht gönnen?" fragt Dieter Schmidt rhetorisch. Er bedankte sich bei seiner Familie sowie Sozialministerin Emilia Müller und Oberbürgermeister Andreas Feller, die zur Ordensverleihung gratulierten.
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