Verkaufswagen ohne Räder

Der Verwaltungsvorschlag sah einen fertig konfigurierten Kiosk für den Stadtpark vor. Im Bauausschuss fand die Idee, die 150 000 Euro gekostet hätte, keine Mehrheit. Bildmontage: Stadt Schwandorf
Lokales
Schwandorf
03.12.2015
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Vom noblen Café zur Frittenbude: Diesen wenig schmeichelhaften Weg haben die Pläne für eine Gastronomie im Stadtpark auf dem Hubmannwöhrl hinter sich. Nun steckt die Debatte in einer Sackgasse.

Mit 6 zu 5 Stimmen lehnte der Bauausschuss am Dienstag einen Vorschlag der Verwaltung ab, den Michael Kern vom Stadtbauamt erläutert hatte. Auf der Fläche vor dem Kanu-Club sollte ein vorgefertigter Kiosk aufgestellt werden, vergleichbar einem großen Verkaufswagen in Metall-Optik - allerdings ohne Räder. Mit rund 150 000 Euro hätte der Stand samt Abriss der bestehenden Holzgebäude und weiterer Aufwertung des Umfelds zu Buche geschlagen.

Deutlich weniger als ein einst vorgestelltes Café, das auf 850 000 Euro gekommen wäre, und auch billiger als eine Schmalspur-Variante, die auf 400 000 Euro kalkuliert wurde. Oberbürgermeister Andreas Feller sagte, er könne sich mit dem hochwertigen Kiosk durchaus anfreunden. Außerdem: Es müsse endlich etwas geschehen, und der Schritt hin zu einem modernen Erscheinungsbild statt einer Bretterbude passe auch zum Stadtpark. "Lieber eine kleine Bude als keine Bude", sagte Franz Radlinger (CSU). Max Schuierer (SPD) pflichtete nur soweit bei, dass eine Lösung her müsse. Allerdings stieß der Kiosk bei ihm auf wenig Gegenliebe: "Warum soll ich mir da eine halbe Bier kaufen?", sagte Schuierer. "Ich bitte dringend darum, von dieser Frittenbude Abstand zu nehmen", kritisierte Dr. Jochen Glamsch (UW) den Verwaltungsvorschlag, "wir machen da einen Schwimmbadkiosk hin." Als Beispiel für eine gelungene Lösung brachte Glamsch den Kiosk am Piratenspielplatz in Amberg ins Spiel. Außerdem könne der vorgeschlagene Stand nur ein Provisorium sein, das dennoch 150 00 Euro koste. Der Kiosk passe einfach nicht auf das "Filetgrundstück" im Stadtpark.

Mehr Geld werde der Haushalt aber nicht hergeben, pochte OB Andreas Feller auf die Sparsamkeit. Ferdi Eraslan (FW) konnte sich zwar grundsätzlich mit einem Stand anfreunden, forderte aber genauere Informationen.

OB Feller brach die Debatte schließlich recht abrupt ab und ließ über den Vorschlag der Verwaltung abstimmen. Neben ihm stimmten nur Franz Radlinger, Hans Sieß, Heinrich Engelhardt (alle CSU) und Ferdi Eraslan zu. Damit war der Vorschlag abgelehnt. Max Schuierer (SPD) kritisierte den Abbruch der Debatte: "So geht's ja nicht." Er hatte eine Vertagung und weitere Vorschläge gefordert. Die will die Stadt nun vorlegen - viel Zeit bleibt dazu nicht mehr. Die neue Saison naht.
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