Vermessung aus der Luft

Ein Hubschrauber wird an fünf Tagen bis zum 30. April die Trassen vermessen, die für den Ersatzneubau der Höchstspannungsleitung "Ostbayernring" infrage kommen. Bild: hfz
Lokales
Schwandorf
13.04.2015
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Ab heute kreist ein Hubschrauber mit modernster Messtechnik über der Stadt: Er wird die vorgeschlagenen Trassen für den Ostbayernring aus der Luft vermessen.

(ch/nt) Bei den Diskussionsveranstaltungen für den Ersatzneubau der Höchstspannungsleitung mit dem Namen Ostbayernring haben die Bürger einige Trassenvarianten westlich der Stadt vorgeschlagen. Modernes Laserscanning ermöglicht die Vermessung dieser Trassen aus der Luft. An fünf Flugtagen zwischen dem 13. und 30. April wird ein Helikopter die Trassen einmessen. Das teilte Netzbetreiber Tennet mit. Für die Planungen wird der Bayreuther Netzbetreiber in den kommenden Wochen die bestehende Trasse zwischen Redwitz im Landkreis Lichtenfels und Schwandorf per Helikopter befliegen und per Laserscanning zentimetergenau vermessen. Die Trassenbefliegung dient dazu, für die Planungsschritte eine präzise Datengrundlage mit allen landschaftlichen Merkmalen zu schaffen.

Bestand und Varianten

Neben der Bestandtrasse werden auch die in der laufenden Bürgerbeteiligung entwickelten Trassenkorridore beflogen. Parallel dazu werden bis Ende Mai die Kartierungsarbeiten zur Erfassung von Tier- und Pflanzenwelt entlang des Ostbayernrings fortgeführt, damit Ende Juni die für das Raumordnungsverfahren möglichen Trassenverläufe feststehen. Dann geht auch die Bürgerbeteiligung in Schwandorf in die nächste Runde. Das Raumordnungsverfahren wird voraussichtlich im September 2015 offiziell beginnen. Tennet wird auch in dieser Planungsphase wieder große Bürgerinformationsmärkte entlang der Trasse anbieten.

Um eine möglichst gute Sicht auf die land- und forstwirtschaftlichen sowie städtebaulichen Strukturen zu haben, muss die Befliegung noch vor Beginn der Vegetationsperiode starten. Sie beginnt daher am 13. April und wird bis Ende des Monats abgeschlossen sein. An voraussichtlich fünf Flugtagen wird der Helikopter mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde in einer Flughöhe von 300 Metern die Vermessungen vornehmen.

Hochauflösende Bilder

Der Helikopter ist mit modernsten Vermessungsgeräten ausgerüstet: Beim Überfliegen bestimmt der Hubschrauber seine eigene Position über das Global Positioning System (GPS) und zeichnet gleichzeitig die Oberflächenstruktur des Geländes und der anderen Objekte wie Gebäude, Straßen, Bach- und Flussläufe sowie Vegetation als präzises 3D-Modell auf. Zusätzlich zu dieser berührungslosen und schnellen Vermessungs-Methode, werden hochauflösende Fotos aufgenommen, die zur Interpretation der Laserdaten und als Planungsgrundlage dienen.

Die Erfassungsbreite mit nur einem Flugstreifen liegt bei etwa 200 Metern. Um den gesamten Befliegungskorridor abzudecken, werden deshalb mehrere parallele Streifen abgeflogen. Auf Grundlage der digitalen Landschafts-Erfassung können auch in den späteren Planungsschritten hin zum Planfeststellungsverfahren einfacher Umplanungen vorgenommen werden, beispielsweise bei kleinräumigen Veränderungen innerhalb eines Korridors.

Im Zuge der Bürgerbeteiligung werde Tennet aber auch weiterhin Trassenbegehungen mit den Trassenuntersuchungsteams, Grundstückseigentümern, Vertretern von Kommunen und Verbänden vornehmen, um Einzelsituation vor Ort bestmöglich beurteilen zu können, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.
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