Vermessung mit Hubschrauber

Ina Haffke (links) und Markus Lieberknecht am neuen, "mobilen Bürgerbüro" des Netzbetreibers Tennet: Für ein Pressegespräch war das Info-Mobil, das künftig auch in der Region eingesetzt werden soll, vor dem Umspannwerk Büchelkühn (im Hintergrund) aufgebaut. Bild: Hösamer
Lokales
Schwandorf
09.04.2015
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Höchstspannung in der Oberpfalzhalle: Am 30. Juni will Netzbetreiber Tennet dort die Varianten für den Ersatzneubau des "Ostbayernrings" vorstellen. Bis dahin liegt noch einige Kartierungs-Arbeit vor den Planern.

Das Werbemobil steht ein bisschen verloren vor dem Umspannwerk am ehemaligen Bayernwerksgelände. Der Standort für das Pressegespräch am Mittwoch war aber nicht zufällig gewählt. Denn das Umspannwerk ist Endpunkt des 185 Kilometer langen Teils des Ostbayernrings, der bis 2020 erneuert werden soll. Das "mobile Bürgerbüro" soll, so Bürgerreferentin Ina Haffke und Markus Lieberknecht von "Tennet", künftig öfter in der Region auftauchen und Diskussions- und Informationsplattform sein. Dann aber nicht versteckt am Umspannwerk, sondern auf Marktplätzen oder später, während der Bauphase der Höchstspannungsleitung, auch an der Trasse.

Die Alternativen

Während der Neubau weitgehend parallel der bestehenden Trasse erfolgen soll, gibt's in Ettmannsdorf eine Problemstelle (wir berichteten). Die Leitung läuft momentan durch die Flutmulde. Parallel zu bauen wird eng, die 380-KV-Leitungen kämen recht nahe an die Bebauung rechts oder links der Naab. Seit August sucht Tennet deshalb mit Beteiligung der Bürger nach alternativen Trassen. Der Osten scheidet aus, dort liegt das Stadtgebiet. Die Bürgerwerkstatt erarbeitete zwei Alternativen: Entweder doch wieder durch die Flutmulde oder im Stadtwesten über den Egidiberg - mit Varianten. Die Bürgerbeteiligung habe seht gut geklappt, sagte Haffke. Für und Wider gab's bei den bisherigen Diskussionen in der Spitalkirche und im Piusheim zu allen Alternativen. Die Ettmannsdorfer hätten die Leitung gerne draußen aus dem Dorf, über den Berg gibt's Einwände von Landwirten und Gastronomen.

Regierung entscheidet

"Das Büro kartiert gerade die Varianten", sagte Ina Haffke am Mittwoch beim Pressegespräch. Sie ergaben sich aus den Bürgervorschlägen. Nun sind die rechtlichen Vorgaben und Einschränkungen - etwa wegen Naturschutz-Belangen - abzuprüfen. Ab 13. April fliegt ein Hubschrauber mit Laser-Scanner die Trassen ab, um sie genau einzumessen.

Bis zum Termin am 30. Juni in der Oberpfalzhalle sollen alle Varianten so weit abgeprüft sein, dass die Planer sie mit allen Vor- und Nachteilen der Öffentlichkeit vorstellen können. Die Varianten werden dann mit den Erläuterungen bei der Regierung der Oberpfalz für das Raumordnungsverfahren eingereicht. Ab September könnten dann die Pläne in den Rathäusern der betroffenen Kommunen öffentlich ausliegen. Die Entscheidung, welche Trassenvariante in Schwandorf zum Zuge kommt, liegt bei der Regierung. Nach dem Raumordnungsverfahren steht die Planfeststellung an, mit Öffentlichkeitsbeteiligung. "2018 soll der Bau beginnen. Für 2020 ist die Inbetriebnahme geplant", sagte Haffke. (Hintergrund)
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