"Vogel des Jahres 2015" in den Mittelpunkt gestellt - Kritik der Naturschützer
Den Habicht besser schützen

Der Kreisvorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz, Dr. Werner Schuler (rechts) und Greifvogelexperte Hermann Rank stellten mit dem Habicht den "Vogel des Jahres 2015" vor. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
04.01.2015
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"Wenn ihn der Mensch in Ruhe lässt, kommt der Habicht bei uns gut zurecht", sagt Hermann Rank (50) aus Maxhütte-Haidhof. Bei einer Versammlung des Landesbundes für Vogelschutz am Freitag im Gasthaus Hauser in Holzhaus klagte der Experte die "illegalen Abschüsse" des Greifvogels an.

Um dieses Problem in die Öffentlichkeit zu tragen, habe der Naturschutzbund (NABU) gemeinsam mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) den Habicht zum "Vogel des Jahres 2015" erklärt.

Seit 1970 verboten

Jeder "Vogel des Jahres" weise auf ein "aktuelles Naturschutzproblem" hin, betonte Hermann Rank in seinem Vortrag. Beim Habicht gehe es um die illegale Verfolgung von Greifvögeln. Abgeschossene, vergiftete oder gefangene Habichte seien keine Seltenheit, obwohl die Jagd auf den 50 Zentimeter langen Greifer seit 1970 verboten sei, so der Referent.

Andere Ursachen

Es gebe immer noch Jäger, die den Habicht für den Rückgang der Hasen, Rebhühner und Fasane verantwortlich machten. An der Dezimierung des Niederwildes sei aber nicht "der Hacht" schuld, so Hermann Rank, sondern die intensive Nutzung der Landwirtschaft mit einem Verlust von Brutplätzen und Nahrungsquellen. Der Habicht ernähre sich in erster Linie von Krähen, die es in der Natur ausreichend gebe, betonte der Hermann Rank. Daneben hole sich der Greifvogel sicher auch Haushühner und Reisetauben. Doch auch hier sei er nicht hauptverantwortlich für deren hohen Verluste. Naturschutz- und Vogelschutzbund fordern gemeinsam ein Verkaufsverbot für Habichtfangkörbe. In der Umgebung von Greifvogelnestern müssten Horstschutzzonen eingerichtet werden, in denen Forstwirtschaft und Jagd vor allem während der Brutzeit zwischen März und Juni ruhen sollten, so der Vorschlag.
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