Von oben und ganz nah

OB Andreas Feller informierte über die erweiterten Öffnungszeiten.
Lokales
Schwandorf
01.07.2015
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Der Titel "Seen-Land" steht Pate für die Renaturierung eines Tagebaugeländes, für die wasser- und waldreiche Umgebung der Kreisstadt, für modernen Tourismus und unberührte Natur. Der Titel der Ausstellung im Stadtmuseum steht aber auch Pate für eine Fotografenfreundschaft.

Konrad Jäger und NT-Fotograf Gerhard Götz kennen sich seit 40 Jahren. Ihre Passion fürs Fotografieren bildete die Grundlage dieser jahrzehntelangen Freundschaft. Nicht zum ersten Mal bestreiten sie, zum Teil auch mit weiteren Fotografen, eine Ausstellung. Diese allerdings steht unter dem Aspekt der Freundschaft. Sie zeigt, wie Museumsleiterin Eva Maria Keil bei einem Pressegespräch am Dienstag formulierte, "Berührungspunkte und Unterschiede". Beispielhaft führte sie vier Schwanenbilder an, zwei von Jäger und zwei von Götz, motivisch eng beieinander und doch sehr unterschiedlich. Der Fotojournalist fängt den Augenblick ein. "Man glaubt förmlich die Schwäne kreischen zu hören", beschrieb Keil. Der malende Fotograf kann warten, bis alle Tiere in die Kamera schauen. Gerhard Götz behält mit seinen Luftaufnahmen den Überblick über das Ganze. Konrad Jäger liebt das Detail. Er geht ganz nah ran, an Tiere und Pflanzen, Tautropfen und Spinnweben.

Gerhard Götz betonte beim Gespräch im Museum, dass sie sich nie als Konkurrenten begriffen haben und begreifen. Jäger habe schon fotografiert, als er noch keine Kamera in der Hand gehalten habe. Der Hobbymaler, "malt mit seiner Kamera", beschreibt Götz die Arbeiten des älteren Freundes. Dem Naturmenschen Konrad Jäger geht es in dieser Ausstellung und mit seinen Aufnahmen auch darum, der Natur am Au- und Lindensee ihren Weg gehen zu lassen. "Ich habe erlebt, wie die BBI die Natur vernichtet hat."

Nach dem Aus des Braunkohleabbaus erlebe er jetzt, wie die Natur zurückkehre, deshalb sei es ihm besonders wichtig, den Kommerz nicht weiter auszudehnen, sondern diesen auf Brückl-, Murner- und Steinberger See zu beschränken. Das ist neben der Schönheit der Landschaft durch die Linse gesehen der zweite Aspekt der Ausstellung und das Anliegen von Bund Naturschutz, Naturfreunden, Landesbund für Vogelschutz, Ameisenschutzverein und Oberpfälzer Waldverein. Das Gebiet, das Jäger so gern mag, "weil sich die Natur dort ständig verändert", soll Schutzzone werden. Die fünf Verbände füllen die Schau mit Inhalten, um zu zeigen, dass "diese Schönheit auch "zerbrechlich ist", so Keil.
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