Wachstum in der Ukraine

Die Dreipunkt-Sämaschine "Express KR" ist eine Neuentwicklung. Die integrierte Kreiselegge soll die Saatbettbereitung auch unter schwierigen Bedingungen verbessern. Bild: hfz/Horsch
Lokales
Schwandorf
14.02.2015
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Die Russland-Krise ist bis auf den Sitzenhof zu spüren. Der Landmaschinenhersteller Horsch verzeichnete einen Umsatzrückgang, erzielte aber 2014 trotzdem die zweitbesten Zahlen der Firmengeschichte. Auch dank guter Geschäfte gerade in der Ukraine.

(ch/nt) Das Jahr 2014 hat Horsch als das zweitbeste in seiner 30-jährigen Firmengeschichte beendet. Der Umsatz belief sich auf 233 Millionen Euro. Das teilte das Unternehmen mit. Im Vergleich zu 2013 (253 Millionen) sei das zwar ein Rückgang von 7,9 Prozent, der vor allem auf die Krise in Russland und der Ukraine sowie die Abschwächung in weiteren starken Agrarmärkten zurückzuführen sei. Dennoch bleibe der Umsatz auf einem hohen Niveau.

72 Prozent Export

Das laufende Jahr sehe man bei Horsch aktuell mit einer realistischen Vorsicht und plane entsprechend konservativ, da in einigen Märkten eine weitere Abkühlung zu spüren sei. "Dies ist auf die klimatischen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in den jeweiligen Ländern zurückzuführen. Einige Märkte entwickeln sich von einer gewissen Marktsättigung wieder hin zu einem normalen Verhalten", heißt es in einer Mitteilung.

Der Exportanteil beträgt bei Horsch rund 72 Prozent. Nach Deutschland ist weiterhin trotz großer Turbulenzen Frankreich der zweitwichtigste Markt für das Unternehmen. Polen habe sich zu einem über die Jahre konstant guten Absatzland entwickelt. Und während es in Russland zu einem großen Umsatzeinbruch kam, konnte die Ukraine dank hervorragender Verkäufe in der Einzelkornsätechnik die Umsätze sogar leicht steigern. Starke Märkte waren auch Großbritannien, Dänemark, die skandinavischen Länder, Bulgarien, Rumänien und Ungarn.

Weltweit 1100 Mitarbeiter

Weiterentwickelt habe sich auch das US-Geschäft, das im genannten Umsatz noch nicht enthalten ist. Dort konnte die "Horsch LLC" dazugewinnen. "Vor allem eine Kurzscheibenegge Joker und eine Einzelkornsämaschine kommen bei den Kunden in Übersee hervorragend an", meldet Horsch. Zu den meistverkauften Maschinen zählen weiterhin die Produktfamilien "Pronto", "Terrano" und auch "Joker". Die Einzelkornsätechnik "Maestro" hat sich zu einem wichtigen Umsatzträger entwickelt.

Die größten Wachstumsraten werden im Bereich der "Horsch Leeb Application Systems" bei der Pflanzenschutztechnik verzeichnet. Hier stiegen die Umsätze 2014 um rund 40 Prozent. Das liege vor allem daran, dass die Sparte Pflanzenschutz von Horsch in vielen Ländern in den Markt eingeführt wurde.

Dies sei natürlich nicht ohne neues Personal möglich. Die Mitarbeiterzahl im In- und Ausland ist auf rund 1100 Personen gestiegen. In diesem Jahr werden laut Horsch vor allem neue Stellen in Wachstumssegmenten wie dem Pflanzenschutz geschaffen. Zum 30-jährigen Bestehen 2014 hat das Unternehmen kräftig investiert. Die "Verdoppelung" des Werkes in Ronneburg wurde in Betrieb genommen, ebenso wie der neue Standort von Horsch LLC in Mapleton (North Dakota).

Weitere Investitionen waren ein neues Servicezentrum in Russland sowie am Standort Landau eine Lager-Erweiterung. Am firmeneigenen landwirtschaftlichen Forschungs- und Entwicklungsbetrieb "AgroVation" in Knežmost (östlich von Prag) wurden viele Gebäude modernisiert. Auf dem dortigen Informations- und Schulungszentrum fanden 2014 auch die Horsch Praxistage mit rund 3000 Gästen aus aller Welt statt. Kein anderes Unternehmen verfüge über einen landwirtschaftlichen Betrieb in dieser Größe, auf dem Produkte praxisnah entwickelt, getestet, verbessert und vorgeführt werden können.

6 Millionen für Schwandorf

2015 wird am Standort Schwandorf mit dem "FITZentrum" (Farming - Innovation - Training) ein komplett neues Schulungs- und Marketinggebäude fertiggestellt, das rund 6 Millionen Euro kostet. In Landau soll die Produktionsfläche für rund 1,5 Millionen Euro fast verdoppelt werden. Horsch sieht sich bestens für die Zukunft aufgestellt. Bereits zur SIMA Ende Februar in Paris werden neue Maschinen präsentiert.
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