Während die Glocken schweigen

Die Ministranten der Pfarrei St. Jakob Schwandorf ziehen, wie ihre Kollegen auch andernorts, mit ihren Ratschen durch die Stadt und mahnen die Gläubigen zum Gebet. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
04.04.2015
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Die Kirchenglocken verstummten am Gründonnerstag nach der Abendmesse und erklingen erst wieder zum "Gloria" in der Osternacht. Die Zeit der "Ratschen" war gekommen. Mit hölzernen Instrumenten zogen Ministranten von Haus zu Haus. Selber hofften sie auf einen Obolus.

Die Nocken einer Kurbel setzen Hämmer in einem Resonanzbogen in Bewegung und sorgen dadurch für einen unüberhörbaren Lärm. Die Stadtpfarrei St. Jakob in Schwandorf besitzt die Rasseln in allen möglichen Größen und Formen. In Gruppen machen sich die Jugendlichen am Karsamstag auf den Weg durch die Stadt und "ratschen" so lange vor den Häusern, bis ihnen aufgemacht wird.

Mit folgendem Spruch mahnen sie die Gläubigen zum Gebet: "Wir ratschen und rasseln den englischen Gruß, den jeder katholische Christ beten muss". Auch in anderen Pfarreien sind die Messdiener dazu unterwegs. Früher durften nur die Buben ratschen. Seit es Ministrantinnen gibt, beteiligen sich auch die Mädchen an diesem religiösen Brauch.

Der Osterritus begann am Gründonnerstag mit der Ausgabe der heiligen Öle. Der Priester leerte den Tabernakel und zerknüllte zum Zeichen der Trauer die Altartücher. Die Grabesruhe endet mit der Auferstehungsfeier und der Erneuerung des Taufversprechens. Bei den feierlichen Hochämtern erklingt festliche Chor- und Instrumentalmusik. Während der Gottesdienste segnen die Geistlichen die Speisen der Kirchenbesucher.
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