Wege zurück in die Normalität

Lokales
Schwandorf
13.03.2015
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Im vergangenen Jahr haben 433 Landkreisbürger die Beratungsdienste der Caritas-Fachambulanz für Suchtprobleme in Anspruch genommen. In 198 Fällen ging es um illegale Drogen, und bei 182 Klienten war übermäßiger Alkohol im Spiel.

"Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs", vermutet Diplom-Sozialpädagoge (FH) Karin Schmittner. Der Großteil der Drogenabhängigen sei Mitte 20, männlich und konsumiere eine Mischung aus dem Cannabis-Bestandteil THC, Crystal und Opiaten. Auch bei den Alkoholkranken dominierten mit 70 Prozent die Männer, das Durchschnittsalter liege hier aber zwischen 30 und 50 Jahren.

Die Caritas-Fachambulanz, untergebracht in der Ettmannsdorfer Straße in Schwandorf und in der Bahnhofstraße in Oberviechtach, hat personell aufgerüstet. Mit Michael Koller verstärkt seit Januar ein weiterer Diplom-Sozialpädagoge (FH) das Team. Er berät Menschen mit Alkoholsucht und bereitet sie nach dem Verlust des Führerscheins auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) vor.

Mit "Halber" gefährdet

Außerdem begleitet er spielsüchtige Klienten und Reha-Patienten auf dem Weg zurück in die Normalität. Mit Marion Santl ist eine Diplom-Psychologin aus der Elternzeit zurückgekehrt. Sie betreut Menschen in ambulanter Rehabilitation und Klienten mit Essstörungen. Frauen, die regelmäßig täglich eine "Halbe Bier" trinken, sind für Dorothea Thünken-Klemperer bereits suchtgefährdet. Bei Männern sind es 40 Gramm Alkohol oder zwei "Halbe" täglich. Die Diplom-Psychologin übernahm zunächst die Mutterschaftsvertretung für Marion Santl und bleibt auch nach deren Rückkehr mit einer halben Stelle im Team, um Menschen mit Alkohol- und Drogenproblemen in der Therapie zu begleiten. Sie möchte die Leute vor allem vor dem irrigen Glauben bewahren, sie hätten ihre Lebensgewohnheiten im Griff.

In den vergangenen Jahren habe sich die Caritas-Fachambulanz stetig weiterentwickelt, sagt der Leiter der Fachambulanz, Peter Häusler. Gegründet wurde sie 1978 als Außenstelle der Beratungsstelle Amberg. Seit 2011 ist die Schwandorfer Fachambulanz eigenständig und verfügt nun über drei Sozialpädagogen, zwei Psychologen, eine Fachärztin für Psychiatrie sowie die Verwaltungsangestellte Heidi Leitl, die seit Dezember 2014 ebenfalls neu zum Team gehört. Die Personalkosten trägt zu 80 Prozent der Bezirk, den Rest finanziert die Caritas mit Eigenmitteln.

Beratung kostenlos

Die Beratung ist kostenlos. Die Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht und beraten nicht nur Menschen, die direkt von Sucht betroffen sind, sondern auch deren Angehörige. Das Büro ist von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr besetzt und unter der Telefonnummer 09431/9 980 680 erreichbar.
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