Weiter für Europa kämpfen

Hans-Jürgen Baumer, Florian Peter, Dieter Helmer, Herbert Peter, Sonja Dietl und Walter Zurek (von links) gehören dem neuen Kreisvorstand der Europa-Union an. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
28.04.2015
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Nach 30 Jahren Vorsitz bei der Europa-Union stellte sich Kreisvorsitzender Herbert Peter nicht mehr zur Wahl. Der Nachfolger kommt ebenfalls aus der Stadtverwaltung.

Den Posten übernimmt Dieter Helmer. Der Diplom-Verwaltungswirt und Leiter des Rechnungsprüfungsamtes bei der Stadt Schwandorf ließ sich bei der Hauptversammlung am Freitag in der Schmidt-Bräu-Gaststätte an die Spitze des Verbands mit aktuell 24 Mitgliedern wählen.

Stellvertreter bestätigt

Im vergangenen Jahr konnte Vorsitzender Herbert Peter drei neue Mitglieder gewinnen: Stadträtin und Frauen-Unions-Vorsitzende Sonja Dietl, Oberbürgermeister Andreas Feller und eben Dieter Helmer, der nun auch gleich den Vorsitz übernimmt. In Abwesenheit wurden die bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Alt-OB Helmut Hey und CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Wopperer im Amt bestätigt.

Auch Schatzmeister Hans-Jürgen Baumer und Schriftführer Florian Peter stellten sich der Wiederwahl. Als Beisitzer gehören dem neuen Vorstand Sonja Dietl, Julian Mayer, Patrick Reichel und Herbert Peter an. Kassenprüfer sind Walter Zurek und Heinz Diermeier. Der damalige Oberbürgermeister Dr. Josef Pichl gründete am Ende seiner Amtszeit 1978 den Kreisverband der Europa-Union und war bis 1985 Vorsitzender. Dann übernahm der Rechtsrat der Stadt Schwandorf, Herbert Peter, das Amt. "Der Vorsitzende der Europa-Union sollte parteilos sein", ist Herbert Peter überzeugt. Das sei bei Dr. Pichl und ihm der Fall gewesen. Und auch sein Nachfolger Dieter Helmer gehöre keiner politischen Partei an.

"Vakuum der Ideale"

In seinem Bericht zur "europapolitischen Situation" zitierte Herbert Peter den Würzburger Geschichtsprofessor Rainer F. Schmidt, der zu dem Schluss kommt: "Fast 60 Jahre nach den Römischen Verträgen hat es die Europäische Union nicht vermocht, den Gegensatz zwischen dem Egoismus der Mitgliedsstaaten und dem europäischen Gesamtinteresse aufzulösen". Für den Historiker sei die Europäische Union "institutionell und inhaltlich" gescheitert.

Einen Kernbestand von gemeinsamen Werten, Traditionen und geschichtlichen Erfahrungen und den daraus resultierenden Zielsetzungen habe man bis heute "weder verbindlich definiert noch kommuniziert", schreibt der Rainer F. Schmidt in seinen "Reflexionen zum 200. Geburtstag von Bismarck". In einer "beeindruckenden Rede" vor dem Europaparlament habe Papst Franziskus im November 2014 Europa "ein Vakuum der Ideale" attestiert. Europa wirke "alt, müde und ohne Selbstvertrauen angesichts seines drohenden Bedeutungsverlustes in der Welt", so das Kirchenoberhaupt. Er wollte mit seinem Auftritt im EU-Plenum "eine Botschaft der Hoffnung und Ermutigung aussenden".

Schulterschluss nötig

Trotz und gerade wegen der Euro-Krise, des Ukraine-Konflikts und des islamistischen Terrors werde die Europa-Union nicht nachlassen, weiter am gemeinsamen Haus zu bauen, versicherte der scheidenden Kreisvorsitzende Herbert Peter. "Mitmachen statt Meckern", lautet seine Devise. In der aktuellen Flüchtlingsproblematik sieht Herbert Peter die Chance für einen engeren Schulterschluss der Mitgliedsstaaten.
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