Wickie sitzt im "A-Train"

Die Big Band der Bundeswehr unter der Leitung von Timo Oliver Chadik (auf der Leinwand hinten links) begeisterte in der Oberpfalzhalle rund 1000 Gäste. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
27.03.2015
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Unerhört? Nein, ungehört: "Wickie und die starken Männer" samt Schlagzeugsolo ist eine mitreißende Überraschung, die die Big Band der Bundeswehr am Donnerstag auf die Bühne der Oberpfalzhalle zaubert. Nicht die einzige.

Wenn der "A-Train" durch eine Halle zischt, wissen Swing-Fans natürlich sofort, was die Bahnhofsglocke geschlagen hat: Der Standard war die Erkennungmelodie des Duke Ellington Orchestra. Timo Oliver Chadik greift mit der Big Band der Bundeswehr natürlich ins Repertoire der Klassiker bis zurück in die 1930er Jahre. Die setzen keinen Staub an, schon gar nicht, wenn sie von einer absoluten Spitzenband in die musikalische Gegenwart transponiert werden.

Nach einem Ellington-Medley lässt Sängerin Bwalya Chimfwembe die rund 1000 Gäste in der ausverkauften Halle weiter im klassischen Swing schwelgen: Die Sängerin interpretiert Shirley Basseys "I (Who have nothing)" einfach hinreißend. Perfektion verlangt nach neuen Herausforderungen, und denen stellt sich die Big Band mit der Herbie-Hancock -Version von John Lennons "Imagine". Bwalya Chimfwembe brilliert mit ihrer souligen Röhre, ob beim balladesken Einstieg oder im lateinamerikanisch feurigen Uptempo-Finale. Beim Sopran-Sax-Solo "Loving you" wird es dann kuschlig ruhig, ehe "Concierto de Aranjuez" feurig nach Spanien entführt und "Wickie" den starken Mann am Schlagzeug, Thomas Lieven, zu einem Solo treibt.

Die Big Band der Bundeswehr begeisterte am Donnerstag 1000 Zuhörer mit einem Konzert in Schwandorf - eine Benefiz-Aktion des Lions Club. Bilder von Gerhard Götz


Mit dem "St. Louis Blues March" holt die Band das Publikum aus der Pause. Zeit zum Luftholen bleibt nun kaum mehr: Bwalya Chimfwembe versprüht zu einem James-Brown-Medley so viel Energie, dass das pyrotechnische Bühnenfeuerwerk blass erscheinen muss. Sänger Ralf Winter stellt seine Rockstimme bei Nummern von Grönemeyer, Klaus Lage, "Pur" und der "Münchner Freiheit" unter Beweis. Sinatras "My Way" gibt's im Duett und mit extravagantem Mittelteil, und die Big-Band-groovt, was das Zeug hält.

Bestechende Präzision

Die musikalische Qualität, die Präzision dieses Ensembles ist bestechend und kommt gleichzeitig mit einer Leichtigkeit daher, die begeistert. Mit stehenden Ovationen gefordert, setzt die Big Band der Bundeswehr mit "Bridge over troubled water" zur Zugabe noch einen Welthit drauf, um schließlich noch einmal Glenn Miller die Ehre zu geben: "In the mood".

Zehn Jahre ist es her, dass die Big-Band der Bundeswehr zuletzt in der Kreisstadt spielte - klar, dass die Oberpfalzhalle ausverkauft war. Der Lions Club mit seinem Präsidenten Helmut Hey hat mit der Veranstaltung zu seinem 30-jährigen Bestehen einen Höhepunkt im Kulturkalender gesetzt, und nicht nur dem Publikum des Abends Freude bereitet: Der Erlös des Konzerts wird für eine große Schaukel an der neuen Kinderkrippe verwendet.
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