"Woche der Wiederbelebung" mit dem Krankenhaus St. Barbara
Wenn jede Minute zählt

Beim Patientenforum zeigten Mitarbeiter des Krankenhauses St. Barbara Schwandorf praktische Reanimationsübungen an Trainingspuppen. Bild: hfz/Caroline Kappes
Lokales
Schwandorf
26.09.2014
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Prüfen, Rufen, Drücken: Bei Herzstillstand Leben retten war die Intention während der "Woche der Wiederbelebung", die das Krankenhaus St. Barbara mit einem Patientenforum verband. Die über 80 Teilnehmer legte ihre Scheu schnell ab.

Die Reanimation stand im Mittelpunkt der Aktionswoche mit Vorträgen und praktischen Anleitungen. "Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen - deshalb sollte auch jeder in der Lage sein, im Notfall einfache und lebensrettende Sofortmaßnahmen zu ergreifen", erklärte Dr. Regina Birk, Chefärztin für Anästhesie am Krankenhaus St. Barbara.

Es kann Jeden treffen

Lebensrettende Erste Hilfe-Maßnahmen sollten nicht erst ins Bewusstsein rücken oder zum Thema werden, wenn die Notsituation da ist oder war. "Da der letzte Erste Hilfe Kurs in der Regel schon länger zurück liegt, ist es wichtig, das Reanimationswissen aufzufrischen und für den Notfall gewappnet zu sein. Jeder kann in die Situation geraten, Ersthelfer zu werden", betonte Dr. Dominik Uihlein, Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Pneumologie. Für die Veranstaltungsteilnehmer standen beim Patientenforum am Donnerstag verschiedene Übungspuppen bereit. Zusätzlich hielten Dr. Regina Birk und Dr. Dominik Uihlein einen Vortrag über die Ursachen von Herzinfarkt und das richtige Verhalten im Notfall. Nach der 45-minütigen Präsentation mit Hintergrundinformationen, Videos und Fakten zur Reanimation begann die praktische Übung an den Trainingspuppen. Die Besucher nutzten die Zeit nach dem Reanimationstraining dazu, den Ärzten und weiteren Mitarbeitern des Krankenhauses St. Barbara ihre Fragen zur Reanimation zu stellen. In Deutschland ist die Helferquote beim Herzstillstand im internationalen Vergleich sehr gering: Nur in 17 Prozent der Fälle werden einfache, aber lebensrettende Maßnahmen ergriffen, heißt es in der Pressemitteilung. Die Mund-zu-Mund-Beatmung, vor der sich viele scheuten, könnten Laien nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen bei der Wiederbelebung weglassen.

100 Mal pro Minute

Mit einer Herz-Druck-Massage würden Gehirn und Organe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dabei sei es wichtig, 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbes fest zu drücken. "Am leichtesten geht das, wenn man dies im Rhythmus eines Liedes wie 'Staying Alive' von den Bee Gees macht", stellte Dr. Uihlein heraus. Durch eine regelmäßig stattfindende "Woche der Wiederbelebung" wolle das Krankenhaus St. Barbara dazu beitragen, die Wiederbelebungsquote in Deutschland zu erhöhen.

"Reanimation ist einfach. Jeder kann ein Leben retten", versicherte der kardiologische Oberarzt. "Doch im Anschluss daran ist es wichtig, dass die Herzpatienten schnell in ein Krankenhaus mit Herzkatheterlabor kommen, um zum Beispiel die Verstopfung der Herzgefäße zu öffnen." Das Krankenhaus St. Barbara sei hierfür bestens gerüstet.
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