"Wohlfühl-Geburtshilfe" im Blick

Das neue Ärztinnen-Team an der Hauptabteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe bilden (von links) Dr. Susanne Merl, Barbara Knorz, Dr. Ursula Stern und Iris Rothenbacher. Bild: Hösamer
Lokales
Schwandorf
16.01.2015
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Die Hauptabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus St. Barbara liegt in Frauenhänden: Vier Ärztinnen kümmern sich um junge Mütter und Patientinnen. Das Quartett will mit "Herz und Kompetenz" die neue Abteilung aufbauen.

Nachfolgeprobleme gibt's nicht nur in Handwerksbetrieben, auch in Arzt-Praxen: Das Belegarztsystem für Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus St. Barbara hat jahrzehntelang gut geklappt. Aber Ersatz für die Dres. Schleicher und Schneider zu finden, die die Abteilung weiter führen, wenn die Ärzte in Ruhestand gehen, erwies sich als schwierig. "Wir mussten handeln," sagte der Geschäftsführer des Krankenhauses St. Barbara, Dr. Martin Baumann, gestern bei der Vorstellung der neuen Ärztinnen. St. Barbara hält bietet die einzige Geburtshilfeabteilung im Landkreis.

Das Haus der Barmherzigen Brüder plante die Hauptabteilung - und fand mit Chefärztin Dr. Susanne Merl, Leitender Oberärztin Barbara Knortz, Oberärztin Iris Rothenbacher und Oberärztin Dr. Ursula Stern ein eingespieltes Team, das die Aufbau-Aufgaben übernimmt und die "hervorragende Arbeit der Belegärzte" (Baumann) weiterführt. Dr. Ali Fadel wird weiter als Konsiliararzt am Krankenhaus arbeiten, Dr. Schneider und die Dres. Schleicher wirken nunmehr im Medizinischen Versorgungszentrum der Barmherzigen, aber auch weiter im Krankenhaus.

Neues Wehenzimmer

"Wir sehen die Chance, etwas Neues aufzubauen," sagte Chefärztin Dr. Susanne Merl. Die Frauen in der Region sollen nach ihren Worten eine familienorientierte Geburtshilfe mit medizinischer Versorgung auf hohem Niveau vorfinden. Die Abteilung ist rund um die Uhr mit mindestens einer Ärztin besetzt, im Hintergrund schiebt eine Kollegin Bereitschaftsdienst. Ein neues Wehenzimmer, in dem werdende Mütter und Väter die Zeit vor der Geburt verbringen können, ist bereits eingerichtet. Still-Oase und ein Frühstücksbuffet für die Mütter gehören zum Konzept. Ein drittes, besonders breites Kreißsaal-Bett soll ebenfalls zur "Wohlfühl-Geburtshilfe" beitragen. Die Hebammen werden weiter freiberuflich am Krankenhaus arbeiten. Die Operationstätigkeit und die Behandlung gynäkologischer Krankheitsbilder wird fortgeführt.

Die Abteilung hält engen Kontakt zur Frauenklinik St. Hedwig der Barmherzigen Brüder in Regensburg. Ein Kinderarzt aus der Hedwigsklinik ist konsiliarisch sechs Tage die Woche in Schwandorf. "Die bisherigen Beleger arbeiten weiter Hand in Hand mit uns", sagte Dr. Merl. Sie ist mit ihrem erfahrenen Team ("Wir kennen uns teils seit Jahrzehnten") von der Goldberg-Klinik in Kelheim nach Schwandorf gewechselt. Dr. Baumann legte Wert auf die Feststellung, dass das Team nicht abgeworben wurde.

"Kein Geschäft"

"Wir haben Verantwortung übernommen, kein Geschäft", sagte Baumann. Das Selbstverständnis als Grundversorger für die Region habe die "Barmherzigen" zu der Entscheidung bewogen. Seit Anfang des Jahres sind an St. Barbara 21 Kinder auf die Welt gekommen.
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