Zahl der Kunden dramatisch angestiegen - Freiwillige Helfer fühlen sich überlastet - Nur noch ...
Personal der Tafel stößt an seine Grenzen

Die ehrenamtlichen Helfer der Schwandorfer Tafel: Sie arbeiten am Limit und wünschen sich Entlastung. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
24.07.2015
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205 Einkäufe pro Ausgabe: Das ist für das ehrenamtliche Team der Schwandorfer Tafel nicht mehr zu bewältigen. "Im vergangenen Jahr waren es noch 150", entnimmt Caritas-Geschäftsführer Wolfgang Reiner der Statistik. Die Zunahme an Harz-IV-Empfängern und vor allem die Flüchtlingsströme haben die Zahl der Kunden sprunghaft ansteigen lassen. Jetzt reagieren die Verantwortlichen. Die Kunden dürfen nur noch einmal pro Woche einkaufen.

Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, erklärt Wolfgang Reiner. Viele Gespräche hat er mit den ehrenamtlichen Helfern geführt. Die 44 Freiwilligen, die Woche für Woche dafür sorgen, dass die Tafel-Kunden ihre Lebensmittel bekommen, haben ihre Belastungsgrenze erreicht. Zu stark war in den vergangenen Wochen der Andrang an der Ausgabestelle im Piusheim in der Herbststraße. Deshalb gelten nach der Sommerpause (ab 17. August) neue Regeln. Jeder Tafel-Kunde darf nur noch einmal statt wie bisher zweimal pro Woche einkaufen. Den Anstieg der ehrenamtlichen Arbeitszeit beobachten die Träger, die Arbeiterwohlfahrt, das Rote Kreuz und die Caritas, schon lange mit Sorge und haben die Mitarbeiter nach ihrer Meinung gefragt. Ergebnis: Die freiwilligen Helfer fühlen sich überlastet. "Unsere Ehrenamtlichen sind eine tolle Truppe, die aber immer älter wird", sucht Wolfgang Reiner nach einer Erklärung. Die Zahl der Kunden im Einzugsgebiet der Schwandorfer Tafel wächst. Die Einrichtung unterstützt aktuell 462 Haushalte, in denen über 1000 Personen leben.

Mit 292 Haushalten stammt der Löwenanteil aus dem Stadtgebiet. Doch immer größer wird auch der Anteil jener Kunden, die weitere Anfahrten in Kauf nehmen: 30 aus Bruck, 29 aus Bodenwöhr, 18 aus Wernberg-Köblitz und 16 aus Schwarzenfeld. Sogar aus Burglengenfeld kommen sie nach Schwandorf, obwohl der Weg zur Ausgabestelle in Maxhütte-Haidhof viel kürzer wäre. Reiner kennt den Grund. "Sie schämen sich und wollen nicht von Bekannten gesehen werden" .

Neues Fahrzeug

"Wir unterstützen die Bedürftigen, damit das Leben für sie leichter wird", erklärt Gero Utz das Ziel. Die Tafel könne und wolle kein Vollversorger sein. Noch bekomme die Ausgabestelle genügend Lebensmittel aus den Supermärkten der Region. Das neue Tafel-Fahrzeuge erlaube es den Fahrern, größere Mengen zu transportieren, so der für das operative Geschäft zuständige Caritas-Mitarbeiter.
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