Zerreißproben für die Bauern

Die Direktvermarkter mit dem Vorsitzenden Hubert Piehler (Dritter von rechts) werben für den Weihnachtsbauernmarkt am Wochenende im Schwandorfer Tierzuchtzentrum. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
11.12.2014
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Die Ansprüche der Verbraucher steigen, die gesetzlichen Reglementierungen nehmen auch zu. In diesem Spannungsfeld sehen sich die Landwirte. Genau darauf wollen sie den Blick bei ihrem nächsten Sebastiani-Bauerntag richten.

Auf die Landwirte kommen neue Vorschriften zu, die vor allem kleine und mittlere Betriebe schnell überfordern. "Sie sind außerdem weder sach- noch fachgerecht", klagt BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann, wenn er zum Beispiel auf die zu erwartende Düngemittel-Verordnung oder das Greening schaut. Obwohl es bisher keine Probleme gebe, greife die Politik ein und löse unverhältnismäßigen Aufwand aus. "Das ist Strukturwandel durch die Hintertür", befürchtet er, dass da ganz gezielt versucht werde, nach der Energiewende auch eine Agrarwende einzuleiten.

"Da steckt immer mehr Ideologie dahinter", kritisiert es Wittmann genauso wie BBV-Kreisobmann Johann Wilhelm, dass der Bezug zu wissenschaftlichen Grundlagen oftmals fehle. Nach ihrem Dafürhalten gewinnen Natur- und Umweltschutzverbände einfach zu viel an Einfluss. Das zeige sich auch bei der Fünf-Prozent-Stilllegungsquote, die zunächst für den Staats- und dann auch den Privatwald kommen soll. "Naturschutz kann man nicht unter der Käseglocke betreiben", bedauern es die Verbandsfunktionäre, dass der Blick auf das Gemeinwohl in der Agrarwirtschaft zunehmend verloren gehe. Das gelte auch bei der Tierwohl-Diskussion. "Was ist Massentierhaltung oder industrialisierte Landwirtschaft?", fragt sich Josef Wittmann, ohne eine vernünftige Weiterentwicklung blockieren zu wollen.

Keine Quote mehr

Beim BBV-Kreisverband hält man auch nichts davon, über die Wiedereinführung von Milchquoten nachzudenken. Dass sie auslaufen, sei seit Jahren bekannt. Gebracht hätten sie außerdem eh nichts mehr. "EU-weit war der Markt unterliefert, weltweit hat er die Milch aufgenommen", sieht Wittmann keinen Sinn in neuen Begrenzungen, nur weil der Absatz momentan eine Delle aufweise. Grundsätzlich sei der Bedarf ja da.

Bei seinem traditionellen Sebastiani-Bauerntag will der Bayerische Bauernverband solche Brennpunkte näher betrachten. Er behält dazu seine Linie bei, nicht nur hochkarätige Politiker oder hochdotierte Behördenvertreter zu Wort kommen zu lassen, sondern ganz bewusst den Blick von außen zuzulassen. Unter diesem Aspekt erfolgte auch die Auswahl des Hauptreferenten für 2015.

Am Vormittag des Samstags, 10. Januar, wird der Chefredakteur des landwirtschaftlichen Fachmagazins "top agrar", Dr. Ludger Schulze Pals, im Jugendwerk-Saal in Nabburg sprechen. Sein Thema: "Kritische Verbraucher und regelwütige Politiker - welche Antworten kann die Landwirtschaft geben?"
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