Ziel: "Inklusives Bayern"

Die Mitarbeiter der Kleeblatt-Werkstatt etikettieren Getränkedosen mit individuellen Aufklebern. Bianca Schröpfer (Zweite von links) bedient die Maschine und erläutert die Arbeitsschritte. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
26.10.2015
7
0

Wie wichtig die Arbeit der Naab-Werkstätten in den vergangenen Jahrzehnten war, fasste Landrat Thomas Ebeling in nur einem, aber dafür sehr treffenden Satz zusammen: "Sie haben die Entwicklung der Inklusion nicht nur begleitet, sondern sie waren der Motor." Nun haben sie einen weiteren riesigen Schritt gemacht.

Bei einem Festakt segneten Pfarrer Albert Hagen und Pfarrer Alfredo Malikoski eine neue Kleeblatt-Werkstätte in der Dachelhofer Straße, die 80 Arbeitsplätze für Menschen mit seelischer Erkrankung bietet.

Der erste Auftritt

Dass die Werkstätte Inklusion wirklich lebt, zeigte der erste öffentliche Auftritt der Band "Die lustigen Quertreiber". Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt mit dem Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium in Schwandorf. Jugendliche mit und ohne Behinderung spielten gemeinsam Lieder wie "Rock around the Clock" oder "Blowing in the Wind".

Außerdem wohnte die bayerische Sozialministerin Emilia Müller dem Festakt bei. Sie betonte, dass das Selbstwertgefühl durch die Arbeit in den Werkstätten gestärkt werde. "Wir wollen, dass alle Menschen ein selbstbestimmtes Leben führen können." Schließlich hat Emilia Müller das große Ziel eines "inklusiven Bayerns" vor Augen.

Die Ministerin lobte die Entwicklung der Behindertenpolitik in den vergangenen Jahren. Früher seien Menschen mit Beeinträchtigungen entweder zu Hause geblieben oder hätten in geschlossenen Werkstätten gearbeitet. Im Laufe der Zeit sei man über die Integration bei der Inklusion angelangt. Den Naab-Werkstätten konkret stellte sie ein gutes Zeugnis aus: "Hier gibt es dauerhafte Arbeitsplätze, abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse."

Das kostet natürlich. Laut Max Lippert, stellvertretender Geschäftsleiter der Naab-Werkstätten, wurden für den Neubau 6,5 Millionen Euro investiert. Müller erklärte jedoch: "Jeder Cent ist gut angelegt." Oder, um es mit den Worten von Max Lippert zu sagen, der ebenfalls einen treffenden, zusammenfassenden Satz parat hatte: "Wir denken, das Ergebnis kann sich sehen lassen."
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.