ZMS stellt Weichen für Beitritt zu neuem Zweckverband - Anlage soll neben Müllkraftwerk ...
Nächster Schritt zur Klärschlammtrocknung

Auf dem Gelände des Müllkraftwerks soll eine Klärschlammtrocknung gebaut werden. Die Anlage soll auf dem freien Grundstück rechts zwischen Gleis und Straße entstehen. Luftbild: Götz
Lokales
Schwandorf
30.09.2014
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Landrat Thomas Ebeling hat als neugewählter Vorsitzender des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf (ZMS) gleich ein Großprojekt zu bewältigen: Auf dem Gelände des Müllkraftwerks soll eine Klärschlammtrocknungsanlage entstehen, die allerdings nicht der ZMS, sondern ein neu zu gründender Zweckverband bauen soll. Die Weichen dafür wurden am Dienstag seitens des ZMS gestellt.

Ebeling wurde mit 42 von 50 Stimmen zum Nachfolger von Regensburgs Ex-OB Hans Schaidinger zum ZMS-Verbandsvorsitzenden gewählt. Ein vorrangig Schwandorfer Thema stand gleich auf der Tagesordnung: Die Klärschlammverwertung. Die meisten Kläranlagenbetreiber aus dem Landkreis haben sich dafür entschieden, einem neu zu gründenden "Zweckverband Thermische Klärschlammverwertung Schwandorf" (ZTKS) beizutreten. Die Trocknungsanlage soll ZMS betreiben, auch die Energie dazu liefern. Die Anlieferer bezahlen je Tonne angeliefertem Schlamm. Der getrocknete Schlamm soll im Zementwerk Burglengenfeld verbrannt werden.

Stellvertretender ZMS-Verbandsvorsitzender Markus Pannermayr stellte infrage, ob der ZMS Mitglied in dem neuen Verband werden müsse. Zwischen den Zeilen wurde deutlich, dass die ZMS-Mitglieder nicht für die Trocknung des Schwandorfer Klärschlamms mitbezahlen wollen. Verbandsdirektor Thomas Knoll stellte klar, dass dies ausgeschlossen sei: Die Trocknung wird allein über ein Entgelt je angelieferter Tonne finanziert - der ZMS liefert nicht, bezahlt also auch nicht. Vielmehr könne der Müllverband profitieren: Die Abwärme aus der Kompressorenanlage werde zur Trocknung verwendet. Bislang verpufft diese Wärmeenergie.

Bedeutender noch wertete Verbandsvorsitzender Thomas Ebeling Knolls Argument, dass durch einen Zweckverbandsbeitritt des ZMS die Vergabepflicht ausgehebelt würde: Ein ZTKS ohne ZMS müsste die Trocknung und Verwertung europaweit ausschreiben. Betreibt der ZMS als Mitglied die Anlage, entfällt diese Vorgabe. Mit großer Mehrheit billigte die Verbandsversammlung die nötigen Schritte. Dazu gehört, dass der ZMS dem neu zu gründenden ZTKS beitritt, die Geschäftsführung und das operative Geschäft übernimmt. Außerdem verpachtet der ZMS das Grundstück für die Trocknungsanlage an den ZTKS und stellt die nötige Energie zur Verfügung. Die Verbandsräte Ulrike Roidl (Schwandorf) und Franz Löffler (Cham) stimmten gegen das Vorhaben.
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