ZMS verbrennt gut 452 500 Tonnen Müll und erzeugt so viel Energie wie noch nie - Von der ...
Massenweise Öko-Strom aus dem Müllkraftwerk

Stolz präsentieren ZMS-Vorsitzender Landrat Thomas Ebeling (rechts) und Verbandsdirektor Thomas Knoll einen Kontoauszug, der belegt, dass das Müllkraftwerk im vergangenen Jahr 91 Millionen Kilowattstunden nicht EEG-geförderten Ökostrom produziert hat. Die entsprechenden Zertifikate werden verkauft. Bild: Hösamer
Lokales
Schwandorf
30.01.2015
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Zwei Zahlen des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf (ZMS) sind es, die überraschen. Erstens: Mehr als die Hälfte des Stroms, den das Müllkraftwerk produziert, gilt als Öko-Energie. Außerdem: Im Kraftwerk wurden im vergangenen Jahr 452 516,52 Tonnen Müll durchgesetzt. Beide Werte nannten am Mittwoch ZMS-Vorsitzender Landrat Thomas Ebeling und Verbandsdirektor Thomas Knoll bei einem Pressegespräch in der "Schmidt-Bräu"-Gaststätte.

Über die Verbrennungsmenge gab und gibt es Debatten, ein Bürgerentscheid in Schwandorf sollte sie einschränken. Als Obergrenze der Verbrennungsmenge gelten gemeinhin 450 000 Tonnen - festgelegt im Planfeststellungsbeschluss. Stimme aber nicht, wie Knoll erläuterte. Festgelegt ist die technisch mögliche Dampfmenge, in einem Feuerungsleistungsdiagramm. Je nachdem, wie hoch der Heizwert des angelieferten Mülls ist, kann diese Höchstmenge an Energie mit mehr (bei schlechtem Brennwert) oder weniger Müll erzeugt werden. Die 450 000 Tonnen sind also nur ein "runder" Wert. "Wir können aber nicht mehr Dampf erzeugen, als technisch möglich ist. Sonst explodieren die Kessel", sagte Knoll. Die verbrannte Menge ist überdies errechnet: Kilogenau abgewogen wird nicht jede Anlieferung, Privat-Anlieferer bezahlen beispielsweise Pauschalen für einen Kofferraum oder Anhänger voll Müll.

182 Millionen verkauft

Außerdem ein Auslöser für den Rekord-Durchsatz: Die größte Ofenlinie vier lief durch, die große Revision begann erst in diesem Januar. Knapp 472 100 Tonnen Müll kamen im vergangenen Jahr beim ZMS an. Knapp 250 000 Tonnen waren Hausmüll aus dem Verbandsgebiet, dazu 42 500 Tonnen Sperrmüll sowie rund 180 0000 Tonnen Gewerbe-und Müll zur energetischen Verwertung. Etwa 24 000 Tonnen wurden in andere Verbrennungsanlagen umgeleitet. Knapp 640 Tonnen lagern verpackt in Regensburg. Mit der Verbrennung wurde so viel Energie produziert wie noch nie: 496 000 Tonnen Prozessdampf für die "Nabaltec" und 59 Millionen Kilowattstunden (kWh) Wärme für die Fernwärmeversorgung Schwandorf. Dazu 237 Millionen kWh Strom. Abzüglich des Eigenverbrauchs blieben 182 Millionen kW/h Strom, die der ZMS verkaufte. Die Hälfte davon ist Ökostrom. Das sei nur auf den ersten Blick erstaunlich, so Ebeling. Im Müll sind viele regenerative Stoffe enthalten. Das ist nicht nur Biomüll aus der Küche, sondern auch Baumwolle, Papier oder Holz. Aus dem Anteil errechnet sich die Menge an Öko-Strom, den ZMS verkaufen darf; über Zertifikate, die dem ZMS auf einem Konto beim Umweltbundesamtes gut geschrieben und gehandelt werden. Ein Stromanbieter - im Fall des ZMS etwa die REWAG - kauft die Zertifikate und darf dafür Öko-Strom in seinen Angebotsmix aufnehmen. "Wir haben uns schnell gefunden", sagte Ebeling über die Zusammenarbeit mit der Verwaltung. Ebeling wurde im September als Vorsitzender zum Nachfolger von Regensburgs Alt-OB Hans Schaidinger gewählt.
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