Zukunftspreis: Festredner für mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft - Plädoyer für ökologischen ...
Umkehr auf dem Weg in die Katastrophe

"Umwelt und Nachhaltigkeit": Zu diesem Thema hielt Diplom-Braumeister und -Kaufmann Dr. Franz Ehrnsperger den Festvortrag bei der Zukunftspreisverleihung. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
02.12.2015
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"Wer den Klimawandel noch immer leugnet, dem ist nicht mehr zu helfen": Dr. Franz Ehrnsperger, Geschäftsführer einer Neumarkter Brauerei und Träger des Umweltpreises der Deutschen Bundesstiftung, brach eine Lanze für mehr Umweltbewusstsein in der Wirtschaft. Für ihn steht fest: Das exorbitante Wachstum der letzten 200 Jahre, das zu nie gekanntem Wohlstand führte, stößt an seine Grenzen.

Wie soll es weitergehen? - fragte er sich in seinem Festvortrag, den er am Montagabend zur Verleihung des Zukunftspreises (wir berichteten) hielt. Er trat dafür ein, das Kreislaufdenken zu forcieren, denn ansonsten führe der Weg in die Katastrophe. Am meisten betroffen seien dann die unterentwickelten Volkswirtschaften wie Äthiopien. Eine Million Flüchtlinge in einem Jahr seien nur ein Vorgeschmack: "Das werden noch mehr, wenn der Meeresspiegel ansteigt. Wo sollen die Leute denn hin? Sie werden auch zu uns kommen", prophezeite er.

Der Redner trat für mehr Nachhaltigkeit ein und nannte dafür beispielhaft sein Unternehmen, das schon 1989 ein Umweltmanagement einführte. Der ökologische Landbau bilde die Basis der Rohstofferzeugung. Man achte ganz bewusst auf umweltfreundliches Produzieren: "Wer sich da nicht anstrengt, kann uns nicht mehr beliefern." Ziel sei es, fruchtbare Böden und sauberes Wasser zu erhalten. Das funktioniere aber nur, wenn sich Veränderungen in der Gesellschaft durchsetzen.

"Wir brauchen wie eine Energie- so auch eine Ernährungswende", betonte der Pionier des ökologischen Brauwesens in Bayern. Er sprach sich für eine Reduzierung der industrialisierten Tiermast und die Verstärkung von Bio-Regio-Verfahren aus. Ohne parteipolitisch klingen zu wollen, lobte Dr. Ehrnsperger in diesem Zusammenhang das bayerische Förderprogramm, das den ökologischen Landbau zwischen 2012 und 2020 verdoppeln will. Als "tolles Umweltprogramm" bezeichnete er auch die neue Enzyklika des Papstes Franziskus, die sich für einen Bio-Pakt einsetzt.

Im weiteren Verlauf seines Vortrags trat der Diplom-Braumeister und -Kaufmann dafür ein, die aus den 80er Jahren stammende Trinkwasserverordnung zu überarbeiten. Sie berücksichtige aktuelle Gefahren wie das Fracking nicht. Doch es müsse gelten: "Wehret den Anfängen!"

Am Ende warnte er die Konsumenten, sich von billigen Preisen verführen zu lassen. "Bei uns kostet die Halbe zehn Cent mehr, und das wird auch bezahlt", wusste er zu berichten. Die Verbraucher-Sensibilität stellt für ihn ein wertvolles Instrument dar. Er appellierte dazu, mehr davon Gebrauch zu machen.
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