Zur Zukunft gehört die Kirche

Warnte davor, dass die Selbst- zur Fremdbestimmung wird: Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer sprach beim ersten JU-Zukunftskreis. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
24.10.2014
0
0

Der FC Bayern beim Papst, der Bischof bei der Jungen Union: Für die Schwandorfer JU-Ortsvorsitzende Christina Pröls ist beides "ein Ausdruck für eine lebendige katholische Kirche in Bayern". Mit Dr. Rudolf Voderholzer startete der neue Oberpfälzer Zukunftskreis der Nachwuchspolitiker.

Auch Christian Doleschal ist jemand, der für traditionelle christliche Werte eintritt. Mit dem Diözesanbischof konnte der JU-Bezirksvorsitzende den "absoluten Wunschkandidaten" für den "1. Oberpfälzer Zukunftskreis" gewinnen.

Rudolf Voderholzer betrat am Mittwochabend zum ersten Mal die im Jahre 2001 profanierte und anschließend sanierte Spitalkirche in Schwandorf. Der Veranstalter, der Bezirksverband der Jungen Union, hatte ihm das Thema freigestellt. In einem einstündigen wissenschaftlichen Vortrag reflektierte der Bischof über "eine zukunftsorientierte Politik am Beispiel der ethischen Problemfelder vorgeburtlicher Diagnostik und medizinisch assistiertem Suizid". Der Oberhirte wandte sich gegen eine Autonomie um jeden Preis. Denn: "Die Selbstbestimmung des Menschen kann leicht umschlagen in eine ungewollte Fremdbestimmung".

Sollte das Tabu des assistierten Suizids fallen, "werden wir eine gnadenlose Gesellschaft bekommen". Angehörige und Krankenkassen würden die Patienten unter Druck setzen, aus der Selbst- würde Fremdbestimmung, befürchtet der Bischof. Er fordert von den politischen Entscheidungsträgern "ein Verbot jeglicher Art von organisierter Sterbehilfe", sondern plädiert für "eine Sterbebegleitung als Lebenshilfe".

Die Frage der Selbstbestimmung stellt sich dem Bischof auch bei der vorgeburtlichen Diagnostik. Er ist sich des Dilemmas der Schwangeren durchaus bewusst: "Soll sie das Risiko eingehen, ein behindertes Kind zu gebären, oder abtreiben?" Auch hier spürt der Kirchenmann den zunehmenden Druck der Gesellschaft. Werdenden Müttern, die sich nicht der Präimplantationsdiagnostik unterzögen, werde häufig sogar Fahrlässigkeit vorgeworfen. Der Bischof wünscht sich eine Gesellschaft, "die Ehrfurcht vor dem Leben hat und auch den Wert kranker und behinderter Menschen anerkennt".

Zwei Jahre in der Diskussion

Vor einigen Wochen besuchte Rudolf Voderholzer die syrischen Flüchtlinge in Fronberg, die nur deshalb ausreisen durften, "weil sie behinderte Familienmitglieder haben". Diese würden "besonders gehätschelt und gepflegt", so die Beobachtung des Bischofs, "weil die Anderen wissen, wem sie ihre Freiheit zu verdanken haben".

Zwei Jahre lang befasst sich die Junge Union mit aktuellen Themen und stellt die Initiative unter das Motto: "Starke Köpfe für eine starke Oberpfalz". Wenn sich der Zukunftskreis geschlossen hat, wird der JU-Bezirksvorstand Bilanz ziehen und daraus Forderungen an die politischen Entscheidungsträger ableiten. Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) begrüßte den Oberhirten mit einem Buchgeschenk und einem "Türmertrunk".
Weitere Beiträge zu den Themen: FC Bayern (6868)Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.