Zwischen Burglengenfeld und Maxhütte-Haidhof sollen wieder Personenzüge kursieren - Hohe Hürden ...
Renaissance im Schienennahverkehr nach fast 50 Jahren

Lokales
Schwandorf
06.08.2015
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Der Landkreis hat großes Interesse an der Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke zwischen Burglengenfeld und Maxhütte-Haidhof. Gemeinsam mit den Städten Teublitz, Maxhütte-Haidhof und Burglengenfeld soll dazu ein schlüssiges Konzept entwickelt werden. In einem ersten Schritt soll die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) in einer Prognoseberechnung ermitteln, ob eine Nachfrage von mehr als 1000 Reisenden pro Werktag zu erwarten ist. Diesen Beschluss fasste der Kreistag am Montag einstimmig.

Die Linie von Burglengenfeld nach Maxhütte-Haidhof wird derzeit nur für den Güterverkehr genutzt, nachdem der Personenverkehr bereits im Jahre 1967 eingestellt worden war. Die Deutsche Bahn Netz AG schrieb die 6,1 Kilometer lange Strecke im September 2014 zur Abgabe aus und wies dabei darauf hin, dass jährlich etwa zehn Zugpaare verkehren und einen Erlös von 555 Euro einbringen. Diesen spärlichen Einnahmen stehen Kosten in Höhe von 38 000 Euro gegenüber; zudem bestehe in den nächsten Jahren ein Investitionsbedarf von etwa 1,25 Millionen Euro. Der Kaufpreis wurde mit 141 300, der Pachtzins mit 11 304 Euro angegeben.

Auf Initiative des Landkreises wurde die Strecke am 4. November 2014 mit Vertretern der BEG besichtigt. Tags darauf bat Landrat Thomas Ebeling in einem Schreiben den zuständigen Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, bei einem möglichen Verfahren zur Stilllegung sein Veto einzulegen.

Vier Kriterien erfüllen

Am Montag kam nun der für die Schieneninfrastruktur zuständige Abteilungsleiter im Innenministerium, Stefan Schell, zur Kreistagssitzung. Er erläuterte, welche Voraussetzungen - neben der Verfügbarkeit von Haushaltsmitteln - erfüllt sein müssen, um auf der Strecke wieder Nahverkehrszüge einzusetzen. Die vier Kriterien: 1000 Fahrgäste pro Werktag, verfügbare Bahninfrastruktur ohne Zuschuss des Freistaates, Bereitschaft eines Unternehmens zum Betrieb der Linie und Vereinbarung über ein auf den Schienenverkehr abgestimmtes Buskonzept.

"Es sind schon hohe Hürden zu nehmen", war sich der Landrat anschließend im Klaren. Doch müsse man jetzt versuchen, sie Punkt für Punkt abzuarbeiten. Grünen-Sprecher Rudolf Sommer erinnerte daran, dass seine Fraktion eine Wiederbelebung der Strecke beantragt hatte, weil sie einen Beitrag zur ökologischen Verkehrspolitik darstelle. Er blendete zurück in den Wahlkampf, in dem der CSU-Kandidat Thomas Ebeling den Öffentlichen Personennahverkehr sehr hoch gehängt hatte. "Ich hoffe nicht, dass er da scheitert", sagte Sommer.

Zusätzliche Auslastung?

ÖDP-Kreisrat Alfred Damm konnte sich vorstellen, dass die Strecke später einmal auch genutzt werden könnte, um den zu verbrennenden Klärschlamm zum Zementwerk nach Burglengenfeld zu transportieren. SPD-Kreisrat Bernhard Krebs fragte sich, wie der Landkreis zu einer aussagekräftigen Prognose der täglich Reisenden kommen kann. Sie werde von einem Verkehrsforscher anhand der bestehenden Datenlage erstellt, gab Ministeriumsrepräsentant Schell zu verstehen.
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