1,5 Millionen weniger
Kreis baut Schulden ab

Politik
Schwandorf
06.07.2016
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Der Landkreis hat 1,5 Millionen Euro Schulden weniger. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Kreisausschuss am Montag auf Initiative der SPD. Stellvertretender Landrat Joachim Hanisch (FW) wäre sogar noch einen Schritt weiter gegangen.

Bereits bei der Abstimmung über den Kreis-Haushalt im April hatten die Sozialdemokraten beantragt, die Schulden des Landkreises weiter zu senken. Dazu sollte Geld, das im Vorjahr nicht verwendet worden war - 1,5 Millionen Euro - zur Kredittilgung genutzt werden.

Zwei Varianten


Der Hintergrund: In diesem Jahr läuft die Zinsbindung für zwei Darlehen ab. Das eine hat noch ein Volumen von rund 3,2 Millionen Euro. Hierfür muss der Kreis bis jetzt jährlich 8000 Euro an Zinsen bezahlen. Das zweite Darlehen schlägt mit noch 975 000 Euro und jährlichen Zinszahlungen von 42 525 Euro zu Buche. Es gäbe die Möglichkeit, das kleinere Darlehen zurückzuzahlen und die übrigen 525 000 Euro für die Tilgung des anderen zu verwenden. Eine andere Alternative sähe vor, die gesamten 1,5 Millionen in das 3,2-Millionen-Darlehen zu stecken. Dies würde aber eine längere Laufzeit bedeuten.

Bei der Sitzung des Kreisausschusses am Montag im Landratsamt machte Evi Thanheiser im Namen der SPD-Fraktion noch einmal deutlich: Das Geld sollte in die Zurückzahlung anstatt in die Rücklage gesteckt werden. "Schuldenabbau", betonte sie, "ist ein wichtiges Thema". Joachim Hanisch (FW) ging noch einen Schritt weiter: Angesichts der gut gefüllten Rücklage des Landkreises betonte er: "Wir könnten es uns leisten, das hohe Darlehen komplett zurück zu finanzieren". Das wären 3,2 Millionen Euro.

Einstimmiger Beschluss


Einem augenzwinkernden Hinweis von Landrat Thomas Ebeling auf die Gesundheit des Kämmerers entgegnete Hanisch, dass das Risiko durch die niedrigen Zinsen überschaubar sei - selbst wenn der Landkreis gezwungen sei, einen weiteren Kredit aufzunehmen, weil die Rücklage zu sehr geschrumpft ist. Die Sprecher von CSU und SPD sprachen sich für die Variante aus, das kleinere Darlehen komplett zu zahlen und den Rest in die Tilgung des größeren zu stecken. Diesem Vorschlag folgte der Kreisausschuss einstimmig.

Ebenso ohne Gegenstimme fasste er den Beschluss, den jährlichen Mitgliedsbeitrag für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge von 500 auf 1000 Euro zu erhöhen. Der Beitrag liegt im Ermessen des jeweiligen Mitglieds und wurde im Jahr 1988 letztmals erhöht.

Wir könnten es uns leisten, das hohe Darlehen komplett zurück zu finanzieren.Joachim Hanisch (FW)
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