Abschluss des Projektes "Crossing Lifelines"
Integration offensiv angehen

Professor Dr. Alexander Thomas, Diplom-Psychologin Heike Abt sowie die Berufsschullehrer Dr. Patricia Broser und Werner Nagler (von links) gestalteten das interkulturelle Symposium im "Haus des Guten Hirten". Bild: Hirsch
Politik
Schwandorf
22.04.2016
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"Die Verschiedenheit ist kein Problem, sondern eine Chance", sagt Dr. Patricia Broser. Sie ist Lehrerin am Beruflichen Schulzentrum und fördert die berufliche und soziale Integration jugendlicher Flüchtlinge. Bei einem Symposium im "Haus des Guten Hirten" sprach sie über die "Möglichkeiten interkultureller Öffnung im beruflichen Bildungsprozess".

Über 100 Vertreter von Schulen, Betreuungseinrichtungen und Bildungsverbänden nahmen am Donnerstag an der gemeinsamen Veranstaltung der Berufsschule und des "Instituts für Kooperationsmanagement " (IKO) teil. Sie bildete den Abschluss des Projekts "Crossing Life Lines" ("sich kreuzende Lebenslinien"), einer Initiative der Globus-Stiftung zur Förderung der Begegnung junger Menschen aus aller Welt mit Unternehmen in der Oberpfalz.

"Irgendwo müssen wir anfangen", sagte IKO-Beauftragte Heike Abt. Sie zeigte Möglichkeiten der interkulturellen Öffnung in einer vernetzten und globalisierten Welt auf und wünscht sich: "Die interkulturelle Idee soll die gesamte Gesellschaft durchdringen". Werner Nagler, Leiter des Fachbereichs "Jugendliche ohne Ausbildung" am Beruflichen Schulzentrum, organisiert den Unterricht für die jugendlichen Flüchtlinge und sieht seine Aufgabe darin, "ihnen den Boden zu bereiten für die berufliche und soziale Integration".

Den Impulsvortrag hielt Professor Dr. Alexander Thomas (Uni Regensburg), der zu den IKO-Gründern gehört und Mitglied im "Rat für Migration der Bundesrepublik Deutschland" ist. "Deutschland ist ein Zuwanderungsland", betonte der Autor zahlreicher Studien. Es stelle sich nicht mehr die Frage, ob es Zuwanderung geben solle oder nicht, "sie ist bei sieben Millionen Menschen schlichtweg Realität und muss produktiv gestaltet werden". Um eine beiderseitig zufriedenstellende Integration der bereits in Deutschland lebenden Zuwanderer sowie der Neuankömmlinge zu gewährleisten, sei eine Anstrengung sowohl der Zuwanderer selbst als auch der deutschen Gesellschaft notwendig. "Guter Wille ist dafür eine notwendige Voraussetzung, reicht aber alleine nicht aus", sagte der Diplom-Psychologe. Voraussetzung für gelingende Integration seien "das Wissen über migrationsspezifische Prozesse und ein flexibel einsetzbares Handlungsrepertoire".

In den Workshops befassten sich die Teilnehmer mit interkultureller Kompetenz in der beruflichen Bildung, dem interkulturellen Lernfeld "Schule", Schnittstellen zwischen schulischer und beruflicher Ausbildung sowie rechtlichen Fragen.
Irgendwo müssen wir anfangen.Heike Abt, Beauftragte des Instituts für Kooperationsmanagement
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