Abstände beim Schmidt-Bräu-Gelände einhalten
Nach Kräften unterstützen

Drei große Wohngebäude (im Modell die Gebäude mit Fenstern) sieht das Konzept von Professor Johann-Peter Scheck auf dem Schmidt-Bräu-Gelände vor. Vorne ist die Häuserreihe am Marktplatz zu sehen. Bild: Hösamer
Politik
Schwandorf
28.07.2016
168
0

Alles dreht sich um ein "H". Der Buchstabe ist die Einheit für die Abstände, die zwischen Gebäuden eingehalten werden müssen. Beim Schmidt-Bräu-Gelände ganz akut, wie im Stadtrat deutlich wurde.

"1 H" ist die Wandhöhe vom Boden bis zur Schnittlinie mit dem Dach. Dieses Maß rechtwinklig angelegt, schreibt den Abstand grundsätzlich vor. "Grundsätzlich" heißt aber, dass es Ausnahmen gibt. So kann durch Satzungen der Pflichtabstand auf 0,5 H oder sogar 0,4 H verringert werden. Auch ein "16-Meter-Privileg" gibt es, das vor zwei Außenwänden mit weniger als 16 Meter Länge als Abstand 0,5 H unter Voraussetzungen zulässt. Die auf diesem Hintergrund geänderte Planunterlagen Schecks seien für die Verwaltung nicht prüffähig, hieß es in der Vorlage für die Stadtratssitzung am Montag.

Wie berichtet, folgte der Stadtrat dem Vorschlag der Verwaltung nicht, stimmte gegen Oberbürgermeister Andreas Feller für einen Vorschlag Franz Schindlers (SPD). Der störte sich vor allem daran, dass ja nichts über den Bebauungsplan vorliege, der da aufgestellt werden solle. Ihm drängte sich seinen Worten ohnehin der Verdacht auf, dass die Verwaltung Schecks Vorhaben"beerdigen" wolle. Die Zukunft der Stadt, so Schindler weiter, liege aber "nicht nur in Kreith und Irlaching".

Oberbürgermeister Andreas Feller wies den Verdacht zurück, die Verwaltung wolle das Vorhaben verhindern, das Gegenteil sei der Fall. Kurt Mieschala, Dr. Jochen Glamsch (beide UW), Marion Juniec-Möller (Grüne) und Dieter Jäger (FW) machten sich dafür stark, den Planer in seinem Vorhaben nach Kräften zu unterstützen. Es könne nicht sein, dass ein Architekt, der ein "hervorragendes Konzept vorlegt", auf Widerstand treffe, sagte Juniec-Möller. Jetzt sollen's Gespräche zwischen Verwaltung und OB einerseits und Planer andererseits richten, um die rechtlichen Hindernisse möglichst ohne Bebauungsplan auszuräumen. Dem Vorschlag schloss sich dann auch die CSU-Fraktion an, die zunächst dem Verwaltungsvorschlag einiges abgewinnen konnte.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.