Anschluss nach Westen
Kreis fragt beim Verkehrsverbund Großraum Nürnberg an

Politik
Schwandorf
28.06.2016
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Nach der Erweiterung des Gebiets des Regensburger Verkehrsverbundes (RVV) auf den gesamten Landkreis, streckte dieser nun die Fühler nach Westen aus. Im Januar gab es ein Gespräch mit dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN). Wie Landrat Thomas Ebeling bei der Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik sagte, ging es darum, das Interesse des Landkreises an einer Kooperation mit dem VGN zu bekunden. Vor allem eine Einbindung der Strecke Schwandorf-Amberg in das Tarifgebiet des Verkehrverbundes Großraum Nürnberg würde wesentlich zu einer Harmonisierung der Tarife beitragen.

Bei einer Gesprächsrunde mit den VGN-Geschäftsführern im März wurden dann laut Ebeling die grundsätzlichen Bedingungen für eine Kooperation besprochen. Für eine Aufnahme wäre eine einstimmige Entscheidung des VGN notwendig - und die ist laut Landrat Ebeling derzeit wohl noch nicht gegeben. "Es wäre wünschenswert, wenn es klappt, aber die Welt geht auch nicht unter, wenn wir nicht dabei sind", schloss er seinen Sachstandsbericht zu diesem Thema.

Auch über den möglichen Erhalt der Schienenanbindung von Burglengenfeld zum Bahnhof Maxhütte-Haidhof berichtete der Landrat dem Ausschuss. Für eine Reaktivierung der Strecke und den Anschluss von Burglengenfeld an den Bahnhof in der Nachbarstadt sind laut Bayerischer Eisenbahngesellschaft drei Faktoren entscheidend: Eine Prognose muss zu dem Schluss kommen, dass mehr als 1000 Fahrgäste am Tag die Strecke nutzen, die Instandsetzung und der Unterhalt müsse gesichert sein und es müsse ein abgestimmtes Buskonzept vorliegen.

Laut Ebeling laufen seit Anfang des Jahres die Untersuchungen für die Fahrgastprognose. Wenn sie zum gewünschten Ergebnis kommt, könnten die weiteren Schritte in Angriff genommen werden. Wie der Landrat sagte, gibt es mit der "Heidelberg Cement AG" einen möglichen Käufer für die Bahnstrecke. Dies hat aber auf die Absichten des Landkreises zur Reaktivierung der Strecke keinerlei Auswirkungen - im Gegenteil: Dadurch, dass es einen möglichen Käufer für die Strecke gibt, kann eine komplette Stilllegung ausgeschlossen werden. Mit den Ergebnissen der Fahrgastprognose sei wohl nach der Sommerpause zu rechnen, sagte Ebeling.

Ein weiterer Punkt betraf den bedarfsorientierten ÖPNV. Wie der Landrat ausführte, soll noch im Lauf dieses Jahres eine Analyse des ÖPNV-Angebots begonnen werden. Ein Konzept soll außerdem aufzeigen, wie eventuell bestehende Angebotslücken beseitigt werden könnten - zum Beispiel durch einen Anrufbus.
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