Bericht zum Breitbandausbau im Landkreis
Jedes Haus im Blick

Politik
Schwandorf
09.11.2016
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Spätestens Ende des Jahres 2018 soll der gesamte Landkreis mit mindestens 30 Mbit in der Sekunde im Internet surfen können. Bis es soweit ist, ist vor allem noch eines nötig: Detailarbeit. Rund 4000 Haushalte im Landkreis erreichen die geforderte Mindest-Bandbreite derzeit nicht. Diese sind aber keineswegs nur in ländlichen Regionen zu finden. Wie Peter Pollinger - Systemspezialist am Landratsamt - dem Ausschuss für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik bei seiner Sitzung am Montag darlegte, gibt es zum Beispiel mitten in Burglengenfeld zahlreiche Grundstücke, auf denen derzeit keine 30 Mbit möglich sind. Ein Problem - zum Beispiel in Schwandorf, Schwarzenfeld oder Pfreimd - ist manchmal auch die zu weite Entfernung mancher Häuser zum nächsten Kupferkabel-Verteiler.

"Teufel im Detail"


Momentan sind die Verantwortlichen am Landratsamt mit Peter Pollinger und Wirtschaftsreferent Rudolf Reger sowie Siegfried Schollerer von "Breitband-Network" dabei, jedes einzelne der unterversorgten Grundstücke unter die Lupe zu nehmen. Dabei geht es um die Frage, ob der Ausbau dort förderfähig ist. Außerdem müssen sie sicherstellen, dass das Areal nicht doppelt erschlossen wird. "Man sieht: Der Teufel steckt im Detail. Man sieht aber auch, wie akribisch unsere Fachleute arbeiten", betonte Landrat Thomas Ebeling.

Der Breitbandausbau im Landkreis wird vom Bund mit knapp zehn Millionen Euro gefördert. Den Bescheid überreichte Bundesminister Alexander Dobrindt vor wenigen Tagen (wir berichteten). Weitere rund sechs Millionen Euro schießt der Freistaat zu. Dazu wird Staatssekretär Albert Füracker am 17. November nach Schwandorf kommen. Die beteiligten 27 Kommunen müssen laut Rudolf Reger noch etwa 3,5 Millionen Euro aus der eigenen Tasche für den Breitbandausbau zahlen.

Wenn die Gelder vom Bund und vom Staat geflossen sind, wird es keine weiteren mehr geben. Wie Peter Pollinger auf eine Nachfrage von Arnold Kimmerl (ÖDP) antwortete, sind die Kommunen dann in der Pflicht, die Infrastruktur bereitzustellen. Kimmerl berichtete außerdem von Beschwerden zahlreicher Bürger, die von einem Anbieter bereits seit Monaten vertröstet würden, nach wie vor aber auf den Zugang warten.

Der ZeitplanIm nächsten Schritt des Breitband-Ausbaus sind die kommunalen Parlamente gefragt, die entsprechenden Beschlüsse über den restlichen Ausbau und den Eigenanteil zu fassen. Voraussichtlich Ende Dezember wird dann die Ausschreibung vorbereitet. Wenn im Anschluss daran die genauen Kosten bekannt sind, werden die Förderbescheide entsprechend angepasst und der Eigenanteil der Kommunen exakt berechnet. Nachdem die Angebote geprüft sind, wird der Landkreis die Aufträge vergeben und die finanzielle Abwicklung übernehmen. Der Ausbau muss bis Ende 2018 abgeschlossen sein. "Ich bin guter Dinge, dass wir das Ziel - 100 Prozent des Landkreises mit mindestens 30 Mbit in der Sekunde zu versorgen - erreichen werden", sagte Landrat Thomas Ebeling. (tib)
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