Bürgerversammlung in Büchelkühn zum Thema Stromtrassen
Verständnis, aber keine Lösung

"Kein anderer Ort ist so belastet wie Büchelkühn", sagt Stadtrat Alfred Damm. Zur Verstärkung der vorhandenen 110-kV-Leitung (Bild) müssten drei Masten um bis zu sechs Meter erhöht werden. Die Trasse führt unmittelbar am Stadtteil vorbei. Bilder: Hirsch(2)
Politik
Schwandorf
09.06.2016
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"Kein anderer Ort ist so belastet wie Büchelkühn", stellte Stadtrat Alfred Damm (ÖDP) bei der Bürgerversammlung am Dienstag im Schützenheim mit Blick auf die Stromtrassen fest. Jetzt kommen weitere Belastungen auf die Bewohner des Stadtteil zu.

Die Bayernwerk AG wird nämlich noch in diesem Jahr eine bestehende 110-kV-Freileitungen ertüchtigen und dazu einige Masten "um vier bis sechs Meter" erhöhen, wie Pressesprecher Maximilian Zängl ankündigte.

Oberbürgermeister Andreas Feller stellte sich auf die Seite der kritischen Bewohner und wollte wissen, ob denn nicht eine Umgehung der Ortschaft oder eine Verlegung der Kabel in die Erde möglich sei. "Nein", gab Maximilian Zängl zu verstehen, das Bayernwerk habe von der Bundesnetzagentur den Auftrag erhalten, die bestehende Trasse zu ertüchtigen. Wer einen Bypass oder die Erdverkabelung wolle, müsse erst die Voraussetzungen für einen neuen Korridor schaffen.

Wachsende Strommengen


Die bestehenden Leitungen stammen aus den 1970er Jahren und sind nicht mehr in der Lage, die wachsenden Strommengen aufzunehmen und zu transportieren. Die Umstellung auf Hochtemperaturleiter erfordert auch höhere Masten. Dafür greift die Bayernwerk AG tief in die Tasche. "Unser EEG-bedingter Investitionsbedarf liegt bei 100 Millionen Euro pro Jahr", so der Vertreter für Öffentlichkeitsarbeit. Innovationen und Investitionen seien unverzichtbar, um das Netz für die Anforderungen der Zukunft zu rüsten. Die Einspeisung erneuerbarer Energien erfordere die Verstärkung der Netze. Und: "Im Netzbetrieb muss die stark schwankenden Einspeisung ausgeglichen werden".

Als Grundlage der Maßnahmenplanung gilt das NOVA-Prinzip: Netz optimieren, verstärken und ausbauen. Die Bayernwerks-Ingenieure Markus Schmitt und Peter Kiegerl erläuterten die Maßnahmen im Detail. Demnach werden auf der Strecke von Schwandorf nach Parsberg zur Erhöhung der Kapazitäten Hochtemperaturseile gespannt. Dazu müssen im Raum Büchelkühn drei Masten um bis zu sechs Meter erhöht werden. Auf der 35 Kilometer langen Strecke von Schwandorf nach Parsberg sind 45 Masten betroffen. Die Kosten liegen bei 4,5 Millionen Euro, vor denen auf den Raum Büchelkühn 350 000 Euro entfallen.

Kosten tragen Verbraucher


Maximilian Zängl hat Verständnis dafür, "dass sich die Bürger etwas anderes wünschen". Die Bayernwerk AG aber könne nur die Aufträge der Bundesnetzagentur umsetzen. Die bestehende Trasse technisch zu verstärken, sei möglich und die kostengünstigste Lösung. Die Kosten würden schließlich auf die Verbraucher umgelegt, so der Pressesprecher.

Einen anderen Korridor zu wählen, würde neue Planungen und Grundstücksverhandlungen voraussetzen. Dies sei nicht vorgesehen, machte Maximilian Zängl deutlich.
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