Bürgerversammlung zum Thema Asyl und Flüchtlinge
"Keine tiefgreifenden Probleme"

Bis Mitte des Jahres wird die Unterkunft in der Egelseer Straße fertig sein. Dort finden bis zu 150 Flüchtlinge Platz. Bilder: rid (3)
Politik
Schwandorf
02.03.2016
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Klaudia Seegmüller würde gerne in der Notunterkunft an der Gutenbergstraße helfen. Doch bislang darf sie das Gelände nicht betreten.

Klaudia Seegmüller kümmert sich um die Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft Dachelhofen und würde sich gerne auch in der Notunterkunft in der ehemaligen Triumph-Halle nützlich machen. "Mir wird aber der Zutritt verwehrt", beklagte sich die ehrenamtliche Helferin bei der Bürgerversammlung am Dienstag.

"Wir haben leider auch schon schlechte Erfahrungen mit Freiwilligen gemacht", begründete Dr. Rolf Mehringer am Dienstag vor rund 150 Zuhörern im voll besetzten Veranstaltungsraum der Oberpfalzhalle die Sicherheitsmaßnahmen. So wollte ein fundamentaler Islamist in der Unterkunft in Dachelhofen "missionieren". Doch bei Klaudia Seegmüller und ihrem Helferkreis sieht der Sachgebietsleiter der Regierung keine Gefahr und versichert: "Sie bekommen natürlich eine Zugangsberechtigung." Oberbürgermeister Andreas Feller bereitet die Anwohner der Egelseer Straße auf die Ankunft neuer Flüchtlinge vor. Die Gebäude des früheren Autohauses Wollenschläger, die der Firma Buchbinder gehören, werden derzeit umgebaut und sollen Platz bieten für "maximal 150 Leute". Fertigstellung Mitte des Jahres. Der Oberbürgermeister richtete den Appell an die einheimische Bevölkerung, den Flüchtlingen mit Respekt zu begegnen, und erhielt dafür den Beifall vom Großteil der 130 Zuhörer.

Aktuelle Zahlen


Andreas Feller nannte die aktuellen Zahlen. 375 Asylbewerber sind in der Stadt dezentral, 281 in der ehemaligen Triumph-Halle und 63 in der Gemeinschaftsunterkunft Dachelhofen untergebracht. Hinzukommen 61 unbegleitete Jugendliche. Zusammen also 780.

Im Landkreis sind es 1900. "Wir haben inzwischen 140 Wohnungen angemietet", erklärte Landrat Thomas Ebeling. Dort seien 1059 Flüchtlinge dezentral untergebracht. "Wir haben logistisch alles im Griff", so der Landrat. Die Lage sei überschaubar, es gebe "keine tiefgreifenden Probleme". Sie erwartet er auch dann nicht, wenn Asylanträge genehmigt worden sind. Dann müssen sich die Flüchtlinge eine eigene Wohnung suchen und sind der Arbeitsagentur zugeordnet. "Wir werden aber niemanden hinauswerfen, wenn er nicht gleich eine Wohnung findet", versprach der Landrat den Betroffenen.

13.000 Flüchtlinge halten sich derzeit in der Oberpfalz auf. Sie stammen aus Syrien, Eritrea, dem Irak und aus der Ukraine und verteilen sich auf 49 Gemeinschaftsunterkünfte und dezentrale Wohneinheiten. Die Not-Erstaufnahmeeinrichtung in der Triumph-Halle weise nicht die logistische Infrastruktur wie die Zentrale in Regensburg auf, bemängelte Wolfgang Meischner, ehemaliger Ausländerbeauftragter am Landratsamt. Dem stimmte Dr. Rolf Mehringer zu, bat aber um Verständnis: "Wir haben in Regensburg eine Baustelle und mussten auslagern."

Wenige Einsätze


Polizeihauptkommissar Walter Bruckner listete die Einsätze seiner Kollegen auf. In der Gutenbergstraße (Meiller-Unterkunft) kam es bislang zu vier Einsätzen wegen Straftaten, und in den dezentralen Unterkünften zu zwei Fällen von Körperverletzung. In Dachelhofen sei kein einziges Vergehen bekannt. Fehlanzeige auch bei Ladendiebstählen. Der stellvertretende Inspektionsleiter weiß aber auch: "Viele Konflikte tragen die Flüchtlinge untereinander aus, da bekommen Polizei und Bevölkerung nichts mit."

Wir haben leider auch schon schlechte Erfahrungen mit Freiwilligen gemacht.Sachgebietsleiter Dr. Rolf Mehringer
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