Bund soll mehr Platz schaffen

Die beiden Koordinatoren Josef Eckl (links) und Pavel Rybar (rechts) sowie der Kontingentleiter der Bundespolizei, Markus Leitl (Mitte), sprachen von einer "problemlos funktionierenden Zusammenarbeit" zwischen den deutschen und tschechischen Beamten. Bilder: rhi (2)
Politik
Schwandorf
15.06.2016
177
0

Seit acht Jahren sind bayerische, deutsche und tschechische Polizei- und Zollbeamte beengt in Räumen einer ehemaligen BGS-Unterkunft auf dem Schwandorfer Weinberg untergebracht. Nun bahnt sich eine Lösung des Platzproblems an. "Wir sind auf einem guten Weg", versicherte MdB Karl Holmeier bei seinem Besuch.

Der CSU-Politiker traf sich am Dienstag mit dem tschechischen Botschafter Tomas Jan Podivinsky im "Gemeinsamen Zentrum der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit", das an den beiden Standorten Petrovice und Schwandorf 97 Mitarbeiter beschäftigt. Davon 64 in der Unterkunft auf dem ehemaligen Gelände des Bundesgrenzschutzes, für das jetzt die "Bundesanstalt für Immobilienaufgaben" zuständig ist.

Von dieser Behörde erwarten die Koordinatoren Josef Eckl (bayerische Polizei) und Pavel Rybar (tschechische Polizei) sowie der Kontingentleiter der Bundespolizei, Markus Leitl, in den nächsten Monaten grünes Licht für die Sanierung und den Ausbau eines leerstehenden Gebäudes in unmittelbarer Nähe der aktuellen Unterkunft. "Die Pläne liegen momentan im Innenministerium", so MdB Karl Holmeier. Mit seinen Kollegen Bartholomäus Kalb (Deggendorf), Barbara Lanzinger (Amberg), Reiner Meier (Tirschenreuth) und Florian Oßner (Landshut) versprach der CSU-Wahlkreisabgeordnete: "Wir wollen mit anschieben und das Verfahren beschleunigen".

Drei-Millionen-Investition


"Mit einem Baubeginn 2018 wären wir sehr zufrieden", ließ Markus Leitl der CSU-Delegation wissen. Im Jahr darauf könnte das Drei-Millionen-Projekt dann fertiggestellt sein. Der Botschafter der Tschechischen Republik in Berlin, Tomas Jan Podivinsky, kündigte die Ratifizierung eines neuen deutsch-tschechischen Polizeivertrages an, der den Beamten in den Grenzgebieten noch mehr Befugnisse übertragen werde. "Es wird der modernste Polizeivertrag in Europa".

Die Sprache macht's


16 000 Vorgänge haben die Mitarbeiter des Zentrums im Jahr zu bearbeiten. Drogendelikte, Fahrzeugdiebstahl, Personenabfragen. "Das Spektrum ist breit", versichert Koordinator Josef Eckl. Besonders spektakulär verliefen die Verfolgungen von flüchtenden Autodieben. Im vergangenen Jahr waren es 26. Alle Gesprächsbeteiligten waren sich einig: "Der Schlüssel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit liegt in der Sprachkompetenz der Mitarbeiter". Polizeioberrat Josef Eckl sieht die tschechischen Kollegen im Vorteil: "Sie sprechen sehr gut Deutsch". Mit verstärkten Schulungen versuche man aber auf deutscher Seite, den Rückstand aufzuholen. Momentan sind an den beiden Standorten noch sechs Dolmetscher beschäftigt.
Weitere Beiträge zu den Themen: MdB Karl Holmeier (17)GZ Schwandorf (2)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.