Daten schneller da als gedacht
Verkehrsversuch: Früher Schluss

Der Verkehrsversuch zur Umfahrung Richtung Marktplatz - im Bild die Beschilderung zwischen Postgartenstraße und Wendelinplatz - sollte bis 24. Juni laufen. Nun könnte der Testlauf verkürzt werden, weil die benötigten Daten schon früher vorliegen. Bild: Hösamer
Politik
Schwandorf
27.05.2016
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Kaum ein Vorhaben der Stadt hat so viel Diskussionen ausgelöst wie der Verkehrsversuch zur Beruhigung der Innenstadt. Jetzt könnten die Gegner aufatmen: Die Umfahrung zum Marktplatz könnte früher aufgehoben werden, als geplant.

Der Verkehrsversuch zur Beruhigung der Innenstadt könnte 14 Tage früher abgeschlossen werden, als zunächst geplant. Das bestätigte Oberbürgermeister Andreas Feller auf Anfrage. Die erforderlichen Daten aus Verkehrszählungen dürften der Verwaltung schneller vorliegen, als zunächst angenommen. Der Verkehrsausschuss soll in einer Sondersitzung am 6. Juni um 17 Uhr darüber entscheiden.

"Als Einknicken vor dem Wirtschaftsforum will ich das nicht verstanden wissen", sagte OB Feller gegenüber unserer Zeitung. Ziel der Verlängerung der Versuchsphase sei es gewesen, an neuralgischen Punkten wie der Postgartenstraße nachzubessern, und dann die notwendigen Zahlen zu ermitteln. Nachfragen beim Gutachter hätten nun ergeben, dass die notwendigen Zählungen schneller abgeschlossen werden können. Der Verkehrsausschuss hatte zuletzt eine Verlängerung des Versuchs bis 24. Juni beschlossen. Nun könnte der Testlauf laut OB Feller um zwei Wochen kürzer ausfallen.

Kreuzung funktioniert


Mit dem Versuch sollte ermittelt werden, ob eine Verkehrsberuhigung der Innenstadt - vor allem der Friedrich-Ebert-Straße - möglich ist, ohne dass auf den Umleitungsstrecken das Chaos ausbricht. Die Aufwertung der Innenstadt durch weniger Verkehrsfluss ist auch Ziel des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK), an dem im übrigen auch der Einzelhandel beteiligt war.

Der Testlauf sollte auch Erkenntnisse darüber bringen, ob zur Entlastung unbedingt eine weitere Naabbrücke - gedacht wäre sie etwa in Höhe des ehemaligen Schlachthofs - gebaut werden müsste. Die erste Auswertung des Tests ergab, dass einerseits der Verkehr nicht im Chaos versank, andererseits eine Naabbrücke nicht unbedingt notwendig ist. Die Neuregelung der Abbiegespuren an der Beer-Kreuzung funktioniert tadellos und brachte spürbare Verbesserungen. Sie wird auf jeden Fall übernommen. Auch die Kurzzeitparkplätze in der Ebert-Straße sollen bleiben.

Nadelöhr beseitigt


Die Postgartenstraße zeigte sich im ersten Teil des Versuchs als Nadelöhr. Nachdem die Zufahrt während der Verlängerung aus Richtung Süden gesperrt wurde, lösten sich auch dort die Staus weitgehend auf. Die genauen Auswirkungen, auch auf den Verkehr auf dem Tonwarenfabrikgelände, werden nun die Ergebnisse der Zählungen zeigen. Gutachter Prof. Harald Kurzak, dessen Prognosen bis auf die Postgartenstraße beinahe punktgenau zutrafen, wird wohl wieder eine Auswertung liefern. Die geänderte Zufahrt zum Marktplatz über die Bahnhofstraße hatte in den vergangenen Wochen für große Diskussionen gesorgt. Der Handel führte zum Teil Umsatzeinbußen als Folge an. Eine Umfrage der Stadt unter den Bürgern ergab, dass eine Mehrheit für eine Beruhigung ist. Viele wünschten sich sogar eine komplette Fußgängerzone.

Aufwertung gewünscht


Das Wirtschaftsforum sieht das anders. Zwar wird auch hier eine Aufwertung der Innenstadt gewünscht, wie genau, ist aber unklar. Möglichst günstig für die Anlieger sollten die Änderungen ausfallen, argumentierte das Forum. Das dürfte aber nur möglich sein, wenn die Stadt für den Umbau der Friedrich-Ebert-Straße Fördermittel abgreifen kann. Ob's die ohne Verkehrsberuhigung gibt, scheint zumindest fraglich. Nach Informationen unserer Zeitung sollte über die Verkürzung des Versuchs am Mittwoch in interner Runde mit den Fraktionssprechern befunden werden. Allerdings gab es Stimmen gegen diese eher hemdsärmelige Vorgehensweise. Nun wird der zuständige Verkehrsaussschuss einberufen, der ja auch den Beschluss zur Verlängerung des Versuchs gefasst hatte.

Als Einknicken vor dem Wirtschaftsforum will ich das nicht verstanden wissen.Oberbürgermeister Andreas Feller
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