Delegation aus dem Landkreis fliegt nach Laizhou
Ab ins Reich der Mitte

Politik
Schwandorf
09.09.2016
159
1

Am 14. Oktober startet um 17.45 Uhr auf dem Frankfurter Flughafen eine Maschine mit dem Ziel Qingdao. Für die 18-köpfige Delegation aus dem Landkreis ist dies ein Aufbruch zu einer vielleicht neuen Partnerschaft.

Ob die Delegation am 20. Oktober mit einer Partnerschaftsurkunde aus dem rund 8000 Kilometer entfernten ostchinesischen Laizhou zurückkommt, lässt Landratsamtssprecher Hans Prechtl auf NT-Nachfrage offen. "Auf feierliche Unterzeichnungen wird Wert gelegt in China", weiß er, aber vielleicht werde auch "nur" eine Absichtserklärung unterzeichnet. Der Besuch diene in erster Linie dem Kennenlernen.

Aus Wirtschaft und Kultur


Die Schwandorfer Delegation in die Provinz Shandong der Volksrepublik China wird angeführt von Landrat Thomas Ebeling. Ihr gehören jeweils ein Vertreter aller im Kreistag vertretenen Fraktionen an, Mit dabei sind aber auch Personen aus der Wirtschaft, der Kultur und von Verbänden, unter anderem der Sparkasse, von EMZ Hanauer, der OTH Regensburg, des Zweckverbandes Müllverwertung Schwandorf, des Oberpfälzer Künstlerhauses und der IHK.

In den Shuttle-Bus, der um 11.30 Uhr vom Parkplatz des Landratsamtes mit dem Ziel Frankfurter Flughafen abfährt, steigt auch ein Vertreter des Gymnasiums Nittenau. Über das Gymnasium und Nittenaus Bürgermeister Karl Bley kam der Kontakt mit Laizhou zustande. Die chinesische Region, in der Laizhou liegt, ist zusätzlich Partnerregion des Freistaates Bayern. Laut Prechtl war es der Wunsch der Chinesen, diese Partnerschaft nach unten fortzusetzen. Ziel sei, zitiert Prechtl aus einem Schreiben der Stadt Laizhou an den Kreistag, das gegenseitige Verständnis auf dem Gebiet, der Wirtschaft, des Handels, der Kultur und der Erziehung zu fördern.

Nach der Landung in Qingdao (früher Tsingtao) wird die Schwandorfer Delegation auf dem Flughafen von einem Vertreter der Firma Krones empfangen. Es folgt eine Stadtrundfahrt, bei der die Teilnehmer auch auf Zeugen aus der deutschen Kolonialzeit treffen werden. Dann geht es nach Laizhou weiter. Dort folgen verschiedene Gespräche. Für Laizhou ist eine deutsche Reisebegleitung avisiert.

Chinesische Initiative


Die Chinesen ergriffen die Initiative für diese mögliche Partnerschaft. Im vergangenen April befasste sich der Kreistag mit den Avancen aus dem Reich der Mitte. Der Kreistag beschloss mehrheitlich, eine positive Antwort auf den Brief zu verfassen und eine Reise einer Kreistagsdelegation nach China zu Gesprächen ins Auge zu fassen. Seit mehr als 25 Jahren unterhält der Landkreis bereits eine Partnerschaft mit dem Landkreis Görlitz.

Laizhou und QingdaoLaizhou ist eine kreisfreie Stadt in der ostchinesischen Provinz Shandong und gehört zum Verwaltungsgebiet der bezirksfreien Stadt Yantai. Sie hat eine Fläche von 1878 Quadratkilometern. Rund 870 000 Menschen leben in Laizhou. Im Landkreis Schwandorf sind es gerade mal 146 000. Qingdao ist eine Hafenstadt ebenfalls in der Provinz Shandong. Von 1898 bis 1919 gehörte die Stadt als Kolonie zum Deutschen Reich. Das einstige Tsingtao galt als Musterkolonie des deutschen Kaisers Wilhelms II. Weltweit bekannt ist die acht Millionen Einwohner zählende Küstenmetropole für ihr Bier namens Tsingtao, das seinen Ursprung in der deutschen Kolonialzeit hat. (ihl)

Die Küstenstadt Laizhou, im Osten der Volksrepublik China, liegt in der Provinz Shandong. Bild: NT-Grafik

1 Kommentar
61
Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 12.09.2016 | 17:01  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.