Demo gegen Hähnchenmast in Kaplfhof
Schwachpunkte herauspicken

Mit Stadträtin Marion Juniec-Möller (vorne links) protestierten am Samstag zahlreiche Bürger gegen die geplante Hähnchenmastanlage in Kapflhof. Bild: Hirsch
Politik
Schwandorf
01.05.2016
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"Was treibt den Planungs- und Umweltausschuss dazu, mit der Ausweisung eines Sondergebietes für Hähnchenmast einen Betrieb für 300 000 Tiere zu ermöglichen?" Stadträtin Marion Juniec-Möller nahm bei der Demonstration am Samstag die Begründungen ihrer Stadtratskollegen unter die Lupe.

Für die Sprecherin des Aktionsbündnisses "Kein Hähnchenmastbetrieb auf dem Kapflhof" sind die Argumente der Befürworter "schwach". Dann werde die Anlage einfach anderswo gebaut, oder der Investor würde ins Ausland gehen, wo es um den Tierschutz noch schlechter bestellt sei. Und: Angeblich frage der Verbraucher nach Hähnchen aus Massentierhaltung.

1200 Unterschriften


Mit 9:2 Stimmen fiel das Votum im Ausschuss eindeutig aus. "Die Herren dürfen aber nicht davon ausgehen, dass sie für die Mehrheit der Bürger sprechen", sagte die Stadträtin der Grünen bei einer Kundgebung am Samstag auf dem Marktplatz. 1200 Personen hatten sich bis dahin in die Unterschriftenlisten eingetragen, 100 kamen bei der Demonstration dazu. 1900 müssen es sein, um ein Bürgerbegehren erwirken zu können.

Marion Juniec-Möller ist sich sicher: "Beim Bürgerentscheid werden die Bürger zeigen, dass sie viel weiter sind als die Herren des Ausschusses". Dass es ihnen nicht gleichgültig sei, auf welche Weise Tiere gehalten werden, dass sie um die Risiken durch multiresistente Keime wissen, und dass ein wertvolles Naherholungsgebiet nicht zerstört werden soll.

Signal an Regierung


werde ein Zeichen setzen weit über die Stadt hinaus. Davon ist die Sprecherin des Aktionsbündnisses überzeugt. Sie sieht im Bürgerentscheid eine Aufforderung an die Bundesregierung, Agrarfabriken zu verbieten, und ein Signal an andere Bürger zu senden, "wie sie den Bau solcher Anlagen verhindern können". Für Marion Juniec-Möller ist das Bürgerbegehren "ein Schritt hin zu einer guten Landwirtschaft, zu gutem Essen und zu einem guten Leben für Tier und Mensch". Veranstalter der Demo waren die Regensburger Tierschutzorganisationen "Animal Revolution" und "TierrechteAktiv" mit den Vorsitzenden Mandy und Florian Hübner. Sie legten Unterschriftenlisten aus und veranschaulichten szenisch ihren Protest gegen Massentierhaltung: "So sperrt man mich ein, mich armes Schwein".

Beim Bürgerentscheid werden die Bürger zeigen, dass sie viel weiter sind als die Herren des Ausschusses.Marion Juniec-Möller, Stadträtin (Grüne/AuGe)
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