Der Planungsausschuss des Stadtrates ebnet Weg für Geflügelmast
Ställe für 300 000 Hähnchen

Die Fläche nördlich von Kapflhof ist bislang landwirtschaftlich genutzt. Nun wird sie als Sondergebiet für zwei riesige Ställe zur Geflügelmast von bis zu 300 000 Tieren ausgewiesen. Bild: hfz/Stadt Schwandorf
Politik
Schwandorf
23.03.2016
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Am Kapflhof wird eine der größten Hähnchenmastanlagen in Bayern entstehen. Bis zu 300 000 Tiere sollen dort in zwei Ställen gefüttert werden. Der Planungsausschuss des Stadtrates ebnete dafür den Weg - nicht ohne Gegenstimmen.

"Keiner zwingt uns"


"Wenn wir das nicht wollen, kann uns keiner dazu zwingen", hakte Marion Juniec-Möller (Grüne/AuGe) in der Ausschuss-Sitzung am Dienstag ein. Massentierhaltung in diesem Ausmaß sei mit dem Tierwohl nicht zu vereinbaren, sagte die Stadträtin. Ihren Berechnungen nach würden pro Jahr rund 3 Millionen Tiere gemästet, 9000 Tonnen Geflügelmist sind zu entsorgen. Juniec-Möllers Ansicht: Wenn keine Gemeinde mehr solche Anlagen zuließe, hört sich diese Art der Tierhaltung irgendwann auf. "Wir unterstützen eine Massentierhaltung, die so nicht notwendig ist", sagte Juniec-Möller. Bei der Mehrheit des Ausschusses stieß sie damit auf taube Ohren. Zwar käme bei ihm kein Tier aus Massenhaltung auf den Tisch, sagte Manfred Schüller (SPD), aber wenn die Nachfrage nach billigen Hähnchen da sei, müsse sie auch befriedigt werden. Dann sei ihm lieber, wenn die Anlage hier stehe als "irgendwo in Osteuropa". Ins gleiche Horn stießen auch Oberbürgermeister Andreas Feller und CSU-Sprecher Andreas Wopperer. Lautenschlager führe einen Vorzeigebetrieb. Die Entsorgung des Mists werde über eine Biogasanlage geregelt.

"Dann in Rumänien"


Kurt Mieschala (UW) empfahl Juniec-Möller, Lautenschlagers Betrieb in Siegenthan zu besichtigen und fügte an: "Wenn er hier nicht bauen darf, dann baut er halt in Rumänien." OB Feller argumentierte, dass auch mögliche Gewerbesteuereinnahmen zu sehen seien. Der Ausschuss billigte schließlich die notwendigen, weiteren Schritte. Dagegen stimmten Juniec Möller und Andreas Weinmann (SPD).
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