Ehemaliger Stadtrat Franz Sichler äußert sich zum Verkehrsversuch
"Nie für gescheitert erklärt"

Der frühere Stadtrat Franz Sichler (links) kann das Hin und Her beim Verkehrsversuch nicht nachvollziehen. Bild: Hirsch
Politik
Schwandorf
31.05.2016
356
0

"Wie soll das der Bürger verstehen?", fragt der ehemalige Stadtrat Franz Sichler. Da erklären die Stadträte den Verkehrsversuch für gescheitert, um ihn dann zu verlängern und schließlich doch vorzeitig abzubrechen.

"Wir haben den Versuch nie für gescheitert erklärt", betonte Fraktionsvorsitzender Franz Schindler bei einer Versammlung des SPD-Stadtverbandes am Sonntag in der Ziegelhütte. Die Regelung habe lediglich in einem Punkt nicht den erhofften Erfolg gebracht: "Wir konnten damit die Innenstadt nicht beleben." Der Appell an die Fußgänger, die Beruhigung zu nutzen, sei nicht angekommen. "Unter diesem Aspekt ist der Verkehrsversuch gescheitert", räumte Schindler ein. Er sieht sich in seiner Meinung bestätigt: "Schwandorf ist zu klein für eine Fußgängerzone." Alt-OB Helmut Hey sprach sich dennoch dafür aus, "dem Fußgänger in der Innenstadt mehr Raum zu geben".

Für den Vorsitzenden des SPD-Stadtverbandes, Andreas Weinmann, war es ein Fehler, die Entscheidungen ohne Absprache mit dem Wirtschaftsforum getroffen zu haben. Aus dem Verkehrsversuch gewinnt er drei Erkenntnisse: "Das befürchtete Verkehrschaos ist ausgeblieben. Die Regelung an der Beer-Kreuzung hat sich bewährt. Und eine zweite Naabbrücke ist nicht erforderlich."

Fraktionsvorsitzender Franz Schindler glaubt nicht, "dass wir uns dezentral ausreichend mit Strom versorgen können". Deshalb hält er den Bau von neuen Trassen für erforderlich. Mit den neuen Abstandsregelungen steige die Chance für eine Erdverkabelung nahe der Siedlungsgebiete. Schindler erwartet vor der Sommerpause von der städtischen Verwaltung einen Bericht über die Haushaltslage und die anstehenden Maßnahmen. Seine Kritik an den falschen Prognosen pralle völlig ab, so Schindler. Deshalb: "Diesen Schlendrian werden wir der Verwaltung und dem Oberbürgermeister auf Dauer nicht durchgehen lassen", so der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Stadtrat Manfred Schüller kauft lieber einen Gockel aus Bodenhaltung als ein Hähnchen im Supermarkt. Er hofft, "dass es ihm all jene gleichtun und über ihre Ernährungsgewohnheiten nachdenken, die gegen den Bau der Mastanlage in Kapflhof sind". Der Stadtrat sei nicht zuständig für den Tierschutz, dafür aber für das Baurecht, so der SPD-Politiker. Mit seiner Entscheidung, den Flächennutzungsplan zu ändern, habe das Gremium lediglich Hürden beseitigt. Für Schindler ist es gut, wie es gekommen ist: "Jetzt lassen wir den Bürger entscheiden."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.