Eigene Asylberater
Landkreis macht bei bayerischem Modellprojekt mit

Politik
Schwandorf
16.03.2016
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In der Asylsozialberatung gehört der Landkreis Schwandorf zu sechs bayernweit ausgewählten Modell-Kommunen. Befristet für den Zeitraum vom 1. April bis zum 31. Dezember 2016 kann er bis zu sieben Kräfte einstellen und damit dezentral untergebrachte Asylbewerber unterstützen. 80 Prozent der Kosten übernimmt der Freistaat Bayern.

Vier Sozialarbeiter hat der Kreis bereits unter Vertrag genommen, weitere werden gesucht. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, sich gleich in den ersten Wochen um Flüchtlinge ohne Anerkennungsstatus zu kümmern. Dabei spielt auch die Rückkehrberatung eine große Rolle. Das neue Personal verstärkt damit die Arbeit, die bisher von Wohlfahrtsverbänden geleistet worden war, und testet zugleich die Dienstleistung unter kommunaler Trägerschaft.

Die Sozialberater kommen in jede Unterkunft im Landkreis, sie richten auch Sprechzeiten in öffentlichen Gebäuden, zumeist Rathäusern, ein. Sie stellen ebenso Kontakte zu Ehrenamtlichen her, die sich um Zuwanderer kümmern. In der Erstaufnahme-Einrichtung des Landkreises sind die Zahlen der Neu-Ankommenden mittlerweile rückläufig. Nach Angaben des Landratsamts befinden sich derzeit 1946 Asylbewerber und Flüchtlinge im Kreisgebiet.

Die Sozialberatung wollte der Landkreis zunächst anders regeln. Er hatte im Dezember 2014 beschlossen, sich ab 2015 jährlich mit 107 200 Euro an den Kosten zu beteiligen, die einer Trägergemeinschaft der Wohlfahrtspflege - bestehend aus Arbeiterwohlfahrt, Rotem Kreuz und Caritas - entstehen. Nach der neuen Asylsozialberatungsrichtlinie wäre dieser Zuschuss von der staatlichen Förderung abgezogen worden, er hätte also den Verbänden nicht die erhoffte Kostendeckung bringen können. Diesen Beschluss hob der Kreisausschuss deshalb am Montag einstimmig wieder auf.
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