Ein Paket zur Soforthilfe

Stellvertretender Kreisobmann Alfred Bauer (Vierter von links) war zusammen mit Bezirksbäuerin Stilla Klein und Bezirkspräsident Franz Kustner beim Deutschen Bauerntag in Hannover. Bild: hfz
Politik
Schwandorf
09.07.2016
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"Die niedrigen Preise führen zu massiven Problemen auf vielen Bauernhöfen in der Region. Das war das bestimmende Thema auf dem Deutschen Bauerntag", betonte der stellvertretende Kreisobmann Alfred Bauer nach seiner Rückkehr aus Hannover.

Über 600 Bäuerinnen und Bauern trafen sich hier. Zusammen mit insgesamt 79 Delegierten aus der bayerischen Land- und Forstwirtschaft waren auch Bezirksbäuerin Stilla Klein, Bezirkspräsident Franz Kustner und der stellvertretende Kreisobmann Alfred Bauer aus Schwandorf dabei.

"Brauchen Vorsorge"


In dieser schweren Situation sprachen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und EU-Agrarkommissar Phil Hogan vor den Delegierten. Schmidt kündigte umfangreiche Hilfsmaßnahmen an, die Anfang Juli in Berlin beschlossen werden sollen. So wird der Bund im kommenden Jahr die Landwirtschaftliche Unfallversicherung mit zusätzlich 80 Millionen Euro unterstützen und so bei den Bauern für deutliche Beitragsentlastungen sorgen. Außerdem sollen Landwirte ihre Gewinne künftig über drei Jahre hinweg glätten können. Die Regelung soll rückwirkend bis 2014 gelten, so dass Betriebe auch Rückzahlungen erhalten können. "So kann die steuerliche Last gleichmäßiger verteilt werden. Das ist ein wichtiges und schon lange von uns gefordertes Element zur einzelbetrieblichen Risikovorsorge", sagte Alfred Bauer. "Wir Bauern brauchen Vorsorge. Schließlich sind wir Schwankungen auf dem globalen Markt sowie den Unwägbarkeiten von Witterung und natürlichen Prozessen in besonderem Maße ausgesetzt." Die Politik habe damit wichtige Forderungen des Bayerischen Bauernverbandes aufgegriffen.

In der Summe versprach Schmidt den Bauern ein Paket zur Soforthilfe, das seitens des Bundes mit deutlich über 200 Millionen Euro ausgestattet sein soll. Auch Agrarkommissar Hogan sicherte seine Unterstützung zu, die EU-Kommission stehe an der Seite der Erzeuger. "Damit den Betrieben schnell und wirksam geholfen werden kann, sind auch Landesmittel notwendig.

Schwächstes Glied


Die Maßnahmen müssen jetzt zügig beschlossen und die Mittel schnell zur Verfügung gestellt werden", sagte Alfred Bauer. Am 15. Juli trifft sich Schmidt nochmals mit den Länderagrarministern, am 18. Juli sollen in Brüssel zusätzliche Liquiditätshilfen auf den Weg gebracht werden. "Doch diese Krise muss auch Anlass sein, um gemeinsam grundlegende Probleme anzupacken. Es kann und darf nicht sein, dass immer nur die Bauern als schwächstes Glied in der Wertschöpfungskette das Risiko tragen", fordert Alfred Bauer.

Beim Deutschen Bauerntag haben die Delegierten außerdem den fünfköpfigen Vorstand des Deutschen Bauernverbandes (DBV) neu gewählt. Der alte und neue DBV-Präsident heißt Joachim Rukwied. Bei der Wahl der vier DBV-Vizepräsidenten wurde der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl im Amt bestätigt.
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